Turkish Chamber Orchestra begeistert im Herner Kulturzentrum

„Musik kennt keine Grenzen“: Das Turkish Chamber Orchestra unter der Leitung von Betin Günes (Klavier) erntete im Kulturzentrum begeisterten Applaus
„Musik kennt keine Grenzen“: Das Turkish Chamber Orchestra unter der Leitung von Betin Günes (Klavier) erntete im Kulturzentrum begeisterten Applaus
Foto: Haenisch / waz fotopool
Betin Günes präsentierte im Kulturzentrum am Dienstagabend eigene Werke und die Musiker des Turkish Chamber Orchestra wussten das Publikum zu begeistern. Dramatische Streichermotive und perlende Klavierbegleitung auf höchstem Niveau.

Unter dem Motto „Musik kennt keine Grenzen“ gastierte das Turkish Chamber Orchestra unter Leitung von Betin Günes mit Kompositionen des Musikers am Dienstagabend im Kulturzentrum.

„Ich erzähle immer eine Geschichte mit meiner Musik und ich will so Menschen zusammenbringen,“ sagt der Komponist, Dirigent und Pianist Betin Günes aus Istanbul. Die Werke des musikalischen Kosmopoliten verbinden Stilelemente europäischer Musik mit der orientalischen Makam-Tradition, mit deren Mikrointervallen und spezifisch rhythmisierten Klangfiguren in freien Improvisationen sie eine neue Klangsprache bilden. „Für mich ist wichtig, dass der dramaturgische Bogen bei einer Komposition sitzt. Stilzitate müssen sich einfügen, dann klingt es neu und originell.“

Davon konnten sich die Zuhörer im gut besuchten Kulturzentrum in Betin Günes’ „Respekt“ op. 47 überzeugen: Dramatisch pochende Streichermotive über perlender Klavierbegleitung lassen an George Gershwin denken, markant-hämmernde Orchesterthemen mit Triangelakzenten steuern eine folkloristische Note bei in diesem lautmalerischen Panorama aus unterschiedlichen musikalischen Impressionen, deren Bezüge durch Stilzitate verklanglicht werden und die in ihrer Plastizität an Filmmusik erinnern.

Eine Uraufführung ist Günes’ Posaunenkonzert op. 166: Ein vorwärtsdrängendes, durch Triangeleinwürfe akzentuiertes Posaunenthema, farbig artikuliert von Thomas Lindt, lautmalerische Naturimpressionen und Stilzitate mit Off-Beat-Rhythmen aus den 30er und 40er Jahren verbinden sich mit exotischen Harmonien zu einer neuen Tonalität, die in Klang und Struktur auf Kontrastwirkungen setzt.

Fagottistin Margit Baranyal entwitrft eine farbenreiche Klangpalette in „Fasolado“; stürmischen Applaus erhielt das kraftvoll-malerische „Haydar, Haydar“ von Ali Ekbar Cicek, bevor ein fesselndes Konzerterlebnis mit Betin Günes’ Werken „Klassische Welten“, „Yurdum“ und „Azeri“ ausklang. Für den begeisterten Applaus bedankten sich die Musiker mit den türkischen Zugaben „Sehnaz Longu“ und „Sultani Yeguh Sirto“.

 
 

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