Trotz Parkinson aktiv im Leben

Hans-Peter Meyer ist Regionalleiter der Parkinson-Gruppe Herne, die sich ein Mal im Monat im Evangelischen Krankenhaus trifft.
Hans-Peter Meyer ist Regionalleiter der Parkinson-Gruppe Herne, die sich ein Mal im Monat im Evangelischen Krankenhaus trifft.
Foto: WAZ Fotopool
Hans-Peter Meyer leidet an der neurologischen Erkrankung. Seine Familie und das Engagement für die Selbsthilfegruppe am Evangelischen Krankenhaus geben ihm Halt

Herne..  Parkinson ist eine tückische Krankheit. Sie entwickelt sich schleichend und wird von den Betroffenen häufig kaum bemerkt. Hans-Peter Meyer ist 69 und lebt seit 4 Jahren mit Parkinson. Er ist Regionalleiter der Parkinson-Gruppe Herne, die jeden ersten Dienstag im Monat im Evangelischen Krankenhaus trifft. Seit genau zehn Jahren gibt es die Selbsthilfegruppe nun. Grund genug für ihren Vorsitzenden, auf die vergangenen Jahre zurückzublicken.

„Eigentlich wollte ich gar nicht der Leiter der Gruppe werden, auch meine Frau dachte, dass mir das schnell zu viel werden könnte“, sagt Meyer lächelnd. Nach den anfänglichen Bedenken ließ er sich schnell überzeugen und engagiert sich seitdem für die Gruppe mit derzeit 36 Mitgliedern. Die Leute, die zu den monatlichen Gesprächsrunden kommen, seien sehr verschieden, sagt Meyer. „Das jüngste Mitglied ist 55, das älteste 74 Jahre alt“.

Unterschiedliche Symptome

Auch beim Grad der Erkrankung zeigen sich große Unterschiede: Bei manchen ist Parkinson durch unkontrollierte Bewegung und Zittern klar zu erkennen. Anderen merkt man ihr Leiden kaum an. Zu ihnen gehört auch Hans-Peter Meyer, der in seiner beruflich aktiven Zeit Kälte- und Klimatechniker war. Die Krankheit ereilte ihn, als er schon in Rente war. Meyer wirkt ruhig und gefasst, seine Hände zittern nicht. Nur seine Stimme ist recht leise. „Das ist eins der Symptome, die bei Parkinson auftreten“, erklärt Meyer. Seine Medikamente, die er drei Mal täglich einnehmen müssen, helfen ihm gut. Trotzdem klagt er manchmal über Muskelschmerzen, Müdigkeit und ein Nachlassen der eigenen Kondition. Froh ist Meyer darüber, dass er ein gutes Verhältnis zu seinem behandelnden Arzt habe. Nach der Diagnose vor rund vier Jahren sei er direkt ins Krankenhaus gekommen, hier wurde er medikamentös eingestellt und kann seitdem selbstständig und mit kaum merkbaren Nebenwirkungen leben.

Hans-Peter Meyer verzweifelt nicht über seine Krankheit. „Ich bin sehr froh, dass meine Familie mich immer unterstützt“. Und seine Familie ist groß: Hans-Peter Meyer ist verheiratet, hat einen Sohn, eine Tochter, sieben Enkel und einen Urenkel. Viele Menschen haben dieses Familienglück nicht und sind allein mit ihren Sorgen und Nöten. Einer der Gründe, warum Hans-Peter Meyer sich für die Parkinson-Selbsthikfegruppe einsetzt. „Manche Menschen kapseln sich ab. Das ist genau der falsche Weg. Es ist wichtig, mit anderen Betroffenen über die Krankheit zu sprechen“. Dabei geht es bei den monatlichen Treffen längst nicht nur um die Erkrankung: „Wir sprechen auch über ganz normale Dinge. Über das Wetter, über Fußball, über Politik.“ Denn die Parkinson-Patienten wollen ihre Krankheit für ein paar Stunden einfach hinter sich lassen – und den Alltag genießen.

 
 

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