Tim Vantol begeistert Zuhörer in Herne

Akustischer Folk-Punk aus den Niederlanden: Der Singer-Songwriter Tim Vantol begeisterte die Besucher in der „Sonne“.

Herne. „Ihr seid nicht in Partystimmung, oder?“, fragt Tim Vantol und schwenkt seine Bierflasche. „Es ist Samstagabend“, erinnert er. Doch so richtig will das Eis nicht brechen. Dann spielt er, und vielleicht sind die Gäste nur so verhalten, weil das Staunen sie genug beschäftigt. So gut ist dieser Mann mit seiner Gitarre.

Ganz allein steht Tim Vantol auf der schmalen alten Holzbühne und schleudert seine akustischen Folk-Punk-Stücke in den Raum. Als hätte der letzte Schluck Whiskey gerade erst die Stimmbänder freigespült. Der Niederländer erzählt vom Tour-Leben, von Abenden an der Bar, irgendwie auch von Freiheit. Und das so inbrünstig, am liebsten möchte man gleich mitfahren.

„I’m broke but I’m living“ singt er im Song „What norm?“. Ich bin pleite aber lebe – darum geht es hier. Zuletzt war er in Russland unterwegs, jetzt bespielt er Herne. Weiter geht es nach Frankreich. Tim Vantol macht, wovon andere träumen. So klingen seine Songs. Und genau das unterscheidet ihn von anderen Singer-Songwritern, etwa von Edy Edwards, der vor ihm auf der Bühne steht. Wo sich der Herner Sänger mit Scherzen durchs Programm laviert, ist Vantol schon beim nächsten Stück. Und wo Edwards Schmachtfetzen aneinanderreiht, singt der Akustik-Punkrocker vom Auf Wiedersehen. Tim Vantol hat was: die letzte Konsequenz.

Kurz und schmerzlos sind die Stücke, aber nicht egal. Mal spielt er schnelle Nummern, die würden auch mit E-Gitarre funktionieren. Dann covert er alte Punkgrößen – Geschmack hat er auch noch.

„Nothing“ spielt er kurz vor Schluss, sein bestes Stück. Schon bald komme er wieder, verspricht er, „hoffentlich seid ihr dann in Partystimmung.“ Dann spielt er, und die ersten wippen mit dem Fuß, klatschen und singen mit. Tim Vantol hat sie. So gut ist er.

 
 

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