Tierisches zum Europatag

Viel Applaus erhielten die Herner Symphoniker für ihr Europakonzert, das sie unter ein tierisches Motto gestellt hatten. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Viel Applaus erhielten die Herner Symphoniker für ihr Europakonzert, das sie unter ein tierisches Motto gestellt hatten. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
„Tierische Symphonik“ aus Frankreich und Russland stand zur Feier des Europatages am Samstagabend im nahezu ausverkauften Kulturzentrum auf dem Programm der Herner Symphoniker.

Herne.. „Tierische Symphonik“ aus Frankreich und Russland stand zur Feier des Europatages am Samstagabend im nahezu ausverkauften Kulturzentrum auf dem Programm der Herner Symphoniker. Unter Leitung von Elmar Witt präsentierte das Orchester zusammen mit Junko Shioda und Pascal Schweren am Flügel und Franz Müntefering als Moderator Werke von Francis Poulenc, Camille Saint-Saens, Sergej Rachmaninoff und Sergej Prokofjew.

Erwartungsvolle Spannung herrscht im großen Saal, als sich in Francis Poulencs Konzert zu markant-pulsierenden Akzenten der federnd agierenden Herner Symphoniker oszillierende Harmonien in einem perlenden Klangteppich entwickeln, den Pascal Schweren und Junko Shioda in schwereloser Leichtigkeit entfalten. Impressionistische Harmonien und Stilzitate aus Varieté und Jazz verbinden sich in diesem Werk mit klassisch-ausgewogenen Formen.

Der „Karneval der Tiere“ des französischen Romantikers Camille Saint-Saens lässt ein breites Spektrum gefiederter und bepelzter Mitbürger musikalisch zu Wort kommen: Stilsicher skizzieren die Symphoniker unter dem engagierten Dirigat von Elmar Witt in lautmalerischen Porträts majestätisch marschierende Löwen, geschmeidige Kängurus und kecke Kolibris, die zu hell-flirrenden Streichertremoli umherschwirren.

Sergej Rachmaninoffs Vokalise op.34 Nr.14 besticht durch den innigen Ausdruck der zart-verhaltenen Streichermelodien. Dramatisch geht es zu in Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“. Mit verhaltener Spannung lässt Franz Müntefering die Geschichte des Jungen Peter, der zusammen mit seinem Freund, dem kleinen Vogel, den großen, gefährlichen Wolf einfängt, lebendig werden. Helle Flötenpfeifen in melodischen Sprüngen charakterisieren den zwitschernden Vogel, in dunklen, vollen Klängen watschelt eine Ente daher, die sich auf ein Bad im Teich freut. Aus einem mutwilligen Streit der beiden wird bitterer Ernst, als sich zu bedrohlichen Streichertremoli und tiefen Bläsermotiven der Wolf anschleicht. Die Ente verliert die Nerven, geht auf’s Trockene – und wird gefressen. „Das Stück ist tierisch, aber auch zeitkritisch“, erklärt Müntefering: „Es zeigt, wie leichtfertig mit dem Wolf umgegangen wird, führt aber auch vor, was bei einem solchen Zwischenfall passieren kann. Und der übervorsichtige Großvater sieht nicht, wie wichtig es ist, Peter nicht vor dem wahren Leben abzuschließen.“

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