Tatverdächtiger führt Herner Polizei zu Frauenleiche

Spurensicherung im Wanner Stadtgarten: Im Park hinterm Mondpalast hat die Polizei am Montagabend eine weitere Frauenleiche gefunden. Der Täter ist geständig.
Spurensicherung im Wanner Stadtgarten: Im Park hinterm Mondpalast hat die Polizei am Montagabend eine weitere Frauenleiche gefunden. Der Täter ist geständig.
Foto: WTVnews
In Herne sind in drei Tagen zwei tote Frauen gefunden worden. Zur zweiten Leiche wurde die Polizei am Montagabend vom geständigen Täter geführt.

Herne. Nur drei Tage nach dem Fund einer Frauenleiche auf der Pluto-Halde hat die Polizei am Montagabend im nur rund 900 Meter entfernten Wanner Stadtgarten eine weitere Tote gefunden. Zu dieser zweiten Leiche war die Polizei von dem mutmaßlichen Täter, einem 35-Jährigen Mann, geführt worden. Es gebe zurzeit keine konkreten Anhaltspunkte, dass der Mann auch die auf der Halde gefundene Frau getötet habe, so Polizeisprecher Volker Schütte auf Anfrage.

Eine spektakuläre Verbindung zwischen beiden Fällen gibt es aber auch jenseits der zeitlichen und räumlichen Nähe: Die am Montagabend im Stadtgarten gefundene Frau war bereits am 9. Juli von ihrem Ehemann als vermisst gemeldet worden. Im Zuge der Ermittlungen nahm die Polizei am Montag einen 36-jährigen Tatverdächtigen fest.

Zweite Mordkommission eingesetzt

In den Vernehmungen gestand er die Tat und führte die Mordkommission zu der Leiche. Allerdings nicht wie zunächst vermutet zur Pluto-Halde, sondern zum 900 Meter östlich gelegenen Stadtgarten. Dort fanden die Beamten den zweiten Leichnam, bei dem es sich laut Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Bochum „offensichtlich“ um die als vermisst gemeldete Frau handele.

Die Fahndung nach dem Mörder der am Freitagabend auf der Plutohalde von Spaziergängern gefundenen Frau dauert an: In Absprache mit der Staatsanwaltschaft hat die Polizei eine zweite Mordkommission eingesetzt. Wie berichtet, ergab die Obduktion der schon seit längerer Zeit toten Frau, dass sie durch Fremdverschulden gestorben ist.

Handelte es sich beim „Stadtgarten-Fall“ um eine Beziehungstat? Weder zu diesem Fall noch zur Toten auf der Halde will die Polizei zurzeit nähere Angaben machen. „Aus ermittlungstaktischen Gründen“, so Polizeisprecher Volker Schütte. Was er sagen kann: „Einen solchen Vorgang habe ich in 15 Jahren nicht erlebt.“

In der Bevölkerung ist der zweite Leichenfund derweil Gesprächsthema Nummer 1 - so zum Beispiel im „Kleinen Café“ an der Wilhelmstraße. Viele Gäste wohnen im Umfeld des Stadtgartens. „Es ist schon hart, was da abgegangen ist“, sagt Kellnerin Kerstin Wiemann.

Schock und Erleichterung

Mitarbeiter des Mondpalastes atmen auf: Wenn man so nah am Tatort arbeite, sei man froh, dass der Mörder gefunden worden sei, so der Tenor. Am Wanner Hauptbahnhof schaut die 18-jährige Anna Mereu derweil ungläubig auf ihr Smartphone. Der Online-Bericht mit dem Foto der Spurensicherung und einem im Gebüsch hängenden Schuh jage ihr Angst ein: „Ich fand den ersten Leichenfund schon total grausam – und jetzt das?!“

 
 

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