Talentscout hilft benachteiligten Herner Jugendlichen

Schulleiter Udo Müller, Oberstufenleiter Reinhard Blogmaker und Talentscout Harald Barduhn (v.l.) unterzeichneten den Kooperationsvertrag.
Schulleiter Udo Müller, Oberstufenleiter Reinhard Blogmaker und Talentscout Harald Barduhn (v.l.) unterzeichneten den Kooperationsvertrag.
Foto: Ralph Bodemer
Die Mont-Cenis-Gesamtschule in Herne und die Talentförderung der Westfälischen Hochschule kooperieren. Davon sollen die Schüler profitieren.

Herne..  Was tun, wenn in einem Jugendlichen besondere Talente schlummern, die niemand bemerkt oder fördert, weil er einen sozial schwachen oder Migrationshintergrund hat? Keine einfache Aufgabe, besonders für Lehrer und Pädagogen, denen es oftmals auch an der Zeit fehlt.

Nachhaltige Begleitung auf dem Weg in Ausbildung und Studium

Die Mont-Cenis-Gesamtschule und die Talentförderung der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen haben eine Lösung für das Problem – und unterzeichneten am Montag eine Kooperationsvereinbarung. „Ich bin überzeugt davon, dass viele Jugendliche eine individuelle Förderung benötigen, um ihr Potenzial ausschöpfen zu können“, erklärte Schulleiter Udo Müller. Daher freut er sich über die Kooperation: So könne man den Schützlingen eine professionelle und nachhaltige Begleitung auf dem Weg in Ausbildung und Studium bieten.

Dies bestätigte auch Reinhard Plogmaker, Oberstufenkoordinator und Ansprechpartner für den sogenannten Talentscout. Bei der Durchführung der Aktion kommt einmal pro Monat Harald Barduhn, diplomierter Sozialarbeiter und Pädagoge, ins Spiel. Er hat eine Vollzeitstelle bei der Westfälischen Hochschule und führt einen Tag lang jeweils zehn Beratungstermine mit den Schülern aus der Oberstufe durch. Er ist an mehreren Schulen im Ruhrgebiet in dieser Eigenschaft tätig.

Als Bildungsmechaniker unterwegs

„Wir verstehen uns als Bildungsmechaniker, die quasi unter die Haube des Einzelnen schauen. Wir denken langfristig und ergebnisoffen. Das heißt: Alles kann, aber nichts muss“, erklärte der 30-Jährige. Der Aspekt der Förderung sei dabei sehr wichtig, ebenso wolle er Motivationshilfen geben und den Vernetzungsgedanken der Schulen untereinander hervorheben.

Hintergrund der Kooperation: Um Impulse für mehr Bildungsgerechtigkeit zu setzen und neue Ansätze zur Aktivierung und Mobilisierung bislang unzureichend erschlossener Talente zu generieren, hat die nordrhein-westfälische Landesregierung im September 2015 mit der Westfälischen Hochschule das NRW- Zentrum für Talentförderung in Gelsenkirchen gegründet. Die Aktion findet inzwischen an sieben Ruhrgebietshochschulen statt.

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