Tage Alter Musik enden mit großartiger Händel-Oper „Silla“

Abschlusskonzert der 41.Tage Alter Musik: „Silla“ von Händel. Dorothee Oberlinger  dirigiert das Ensemble 1700.
Abschlusskonzert der 41.Tage Alter Musik: „Silla“ von Händel. Dorothee Oberlinger dirigiert das Ensemble 1700.
Foto: Thomas Kost/WDR
Dorothee Oberlinger hat in Herne das überragende Ensemble 1700 mit viel Schwung dirigiert. Das Publikum applaudierte minutenlang.

Herne..  Macht, Tyrannei und Liebe standen im Mittelpunkt des Abschlusskonzertes bei den Tagen Alter Musik in Herne, das sich in Händels Oper „Silla“ durch ein überragendes Ensemble in höchster, künstlerischer Qualität den Zuhörern im Kulturzentrum darbot.

Im voll besetzten Saal präsentierte das instrumentale „Ensemble 1700“ zusammen mit den Gesangssolisten am Sonntagabend eine äußerst frische, konzertante Aufführung der Oper von Georg Friedrich Händel. Auch wenn die Uraufführung schon 300 Jahre zurückliegt, ist die Thematik immer aktuell und wurde von den Musikerinnen und Musikern sehr lebhaft dargeboten.

Junge Musiker bieten hervorragenden Hintergrund für Solisten

Das Orchester wurde von Dorothee Oberlinger gestenreich und schwungvoll geleitet und übertrug diesen Schwung auch in einen dynamisch sehr variablen und homogenen Orchesterklang. Damit boten die noch jungen Musikerinnen und Musiker einen hervorragenden Hintergrund für die Solisten. Die kleine Anzahl an Streichern, die nur durch zwei Oboen beziehungsweise Blockflöten und einer sporadisch auftauchenden Trompete ergänzt wurden, sorgten für einen sehr transparenten Klang, der viel Raum zur Gestaltung ließ.

Das nutzte das erlesene Solisten-Sextett, das sich mit herausragenden Arien und Duetten nahtlos in das Klangbild einfügte. Die zahllosen, kunstvollen Koloraturen wurden von allen nahezu spielerisch gesungen. Die Sopranistinnen Anna Dennis, Keri Fuge und Stefanie True wussten genauso wie die Altistin Helena Rasker durch klare Intonation und großem Ausdruck zu überzeugen. An Klarheit in der Stimme und einer unglaublichen Sicherheit in den hohen Lagen beeindruckten die beiden Countertenöre Dmitry Sinkovsky und Philipp Mathmann.

Reizvolle Duette zwischen Sopran und Countertenören

Sehr reizvoll klangen die Duette zwischen Sopran und Countertenören, in denen sich die Stimmen teilweise miteinander verschmolzen. Hinzu kam in zwei kurzen Sequenzen der Bass Thomas Hansen als Kriegsgott Mars. Als im Schlusschor „Chi al trova tra procelle“ alle Sängerinnen und Sänger vereint sangen, hatte am Ende die Liebe gesiegt.

Minutenlanger Beifall des Publikums war Ausdruck der Begeisterung für eine großartige Darbietung aller Beteiligten.

 
 

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