Stromkunden laufen den Stadtwerken davon

Neue intelligente Stromzähler in Herne am 03.04.2009 Die Stadtwerke Herne führen neue Stomzähler erstmal für einen Feldversuch von 50 Kunden ein. Im Bild die alten mechanischen Zähler.
Neue intelligente Stromzähler in Herne am 03.04.2009 Die Stadtwerke Herne führen neue Stomzähler erstmal für einen Feldversuch von 50 Kunden ein. Im Bild die alten mechanischen Zähler.
Foto: WAZ
Die Erhöhung der Strompreise zum Jahreswechsel wollte nicht jeder Kunde der Stadtwerke Herne hinnehmen: 750 der rund 96 000 Kunden reagierten mit einer Vertragskündigung. Das teilen die Stadtwerke auf Anfrage der WAZ mit.

Herne. Die jüngste Kündigungswelle, kritisiert Stadtwerke-Sprecherin Angelika Kurzawa, sei die Quittung, die das Unternehmen für die staatlichen Abgaben erhalte: „Wir werden abgestraft für etwas, das wir nicht verursacht haben.“ Gemeint ist der Anstieg der EEG-Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien von 3,6 Cent auf 5,3 Prozent pro Kilowattstunde, die die Stadtwerke Herne zum Jahreswechsel an ihre Kunden weitergegeben hatten. Schon Ende des vergangenen Jahres sagte dazu Stadtwerke-Chef Ulrich Koch: Rund 65 Prozent von jedem Euro, den Kunden für Strom bezahlen, seien von den Stadtwerken nicht mehr zu beeinflussen.

Der jüngste Kunden-Abschied von den Stadtwerken ist kein Einzelfall. Schon zum Jahresbeginn 2011 hätten rund 680 Kunden ihre Verträge gekündigt, so Kurzawa. Damals stiegen die Preise der Grundversorgung um 1,79 Cent/Kilowattstunde – eine Mehrbelastung von rund 60 Euro im Jahr für einen Durchschnittshaushalt.

Im Branchenschnitt, betont die Stadtwerke-Sprecherin, sei die Wechselquote in Herne aber gering. Nicht zuletzt habe der Energieversorger auch einen Zulauf von Kunden; Zahlen will das Unternehmen mit Verweis auf die Konkurrenz-Situation aber nicht nennen. Nur so viel: „Das ist bei uns ein ständiges Kommen und Gehen“, so Kurzawa.

Viele Kunden, die jetzt zu einem günstigeren Anbieter gewechselt sind, fügt sie an, würden im April eine Überraschung erleben. Dann nämlich würde andere Unternehmen, die jetzt noch günstiger seien, nachziehen und die Öko-Umlage ebenfalls weitergeben.

 
 

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