Streifzug durch die Epochen

Am Sonntag in der Dreifaltigkeitskirche: Der Invitation Chor und die Herner Symphoniker traten zusammen auf.
Am Sonntag in der Dreifaltigkeitskirche: Der Invitation Chor und die Herner Symphoniker traten zusammen auf.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
In der Dreifaltigkeitskirche gelang den Sängern und dem Orchester die Aufführung der „Paukenmesse“ und anderer Werke verschiedener Epochen.

Herne..  Mit Haydns „Paukenmesse“ und Werken von Bach, Vivaldi, Rheinberger und Maierhofer begeisterten der Invitation Chor und Joachim Stückemann zusammen mit den Herner Symphonikern und Dirigent Elmar Witt am Sonntagabend das Publikum in der Dreifaltigkeitskirche.

Zum Auftakt entführten die Herner Symphoniker mit der Orchestersuite D-Dur von Johann Sebastian Bach (1685-1750) in zügigen Tempi in die Welt des Barock. Schwebende Soprane zeichnen im „Abendlied“ op. 69 Nr. 3 von Joseph Rheinberger (1809-1901) den wundervollen Klang des Invitation Chors aus, der sich zu einer beschwörenden Bitte voll ergreifender Eindringlichkeit verdichtet.

Machtvolles Gotteslob

Inspiriert von Techniken Carl Orffs zeigt sich Lorenz Maierhofers A-Cappella-Chor „Musica Aeterna“: Durch den Kontrast zwischen den klaren Sopranen mit Solistin Magdalena Skowronski und den dunklen Bässen entsteht ein ausdrucksstarkes „schwarz-weiß-Klangmosaik“. Barocke Festatmosphäre lassen die Trompetensolisten Marianne Bischoff und Rainer Scheibe mit den Herner Symphonikern in Antonio Vivaldis Concerto in C (RV 537) für Trompeten und Streicher wiederaufleben: Flirrende Streicher charakterisieren die schnellen Ecksätze; in den ausdrucksvollen Mittelteil bringen die Trompetenthemen schnell Kraft und Bewegung. Trotz eines kleinen Intonationsproblems präsentieren die Solisten Marianne Bischoff und Rainer Scheibe ein mitreißendes Duett und faszinierende Echoeffekte. Hauptwerk des Abends ist die „Paukenmesse“ in C-Dur von Joseph Haydn (1732-1809). Machtvolles Gotteslob alterniert mit Passagen voll innerer Ruhe, aber auch trauervollen „Miserere“-Klagen von berührender Intensität. Die beschwörenden Sanctus-Rufe gestalten die Solisten Leonie Stückemann, Iris Gerth, Gerd Dowedeit-Bellinghausen und Thomas Fromme ebenso expressiv wie „Hosianna“ und die Bitte um Frieden – „Agnus Dei“.

Den begeisterten Applaus kommentiert der 48-jährige Unfallchirurg Axel Ihmann, der selbst auch Trompete spielt: „Das war ein herausragendes Konzert; Musik mit Tiefgang, die einen auch berührt hat. Für Laienmusiker eine unglaubliche musikalische Qualität.“ Diese Qualität und die künstlerische Vielfalt sind auch Dirigent Joachim Stückemann wichtig: „Ich wollte ein Konzert durch mehrere Epochen machen, um Menschen für Musik zu begeistern, die sonst nicht unbedingt zu ihrem Alltag gehört.“ Und das ist den Musikerinnen und Musikern an diesem Abend auch gelungen.

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