Stiebling will Firmensitz mit Photovoltaik-Anlage ausrüsten

Der Firmensitz von Reifen Stiebling an der Jean-Vogel-Straße bietet viel Platz für eine Photovoltaik-Anlage.
Der Firmensitz von Reifen Stiebling an der Jean-Vogel-Straße bietet viel Platz für eine Photovoltaik-Anlage.
Foto: Hans Blossey
  • Die Investition könnte im Rahmen von Innovation City realisiert werden
  • Der Großteil des Stroms soll in die Runderneuerung gespeist werden
  • Runderneuerte Reifen erreichen im TÜV-Test bessere Werte als neue

Der Herner Reifenhändler Stiebling ist das erste Unternehmen, das im Rahmen des Programms „Innovation City“ in Nachhaltigkeit investieren will.

Zum Hintergrund: „Innovation City“ ist ein Projekt des Initiativkreises Ruhr und stellt den weltweit ersten Versuch dar, industriell geprägte Stadtquartiere energetisch zu sanieren und einen klimagerechten Stadtumbau zu erreichen. Dabei sollen die CO2-Emissionen halbiert und die Lebensqualität gesteigert werden. Modellstadt war Bottrop. Nun wird das Projekt auf 20 weitere Städte im Ruhrgebiet ausgeweitet, darunter Herne. Fördergebiet ist das Gebiet Herne-Zentrum/Altenhöfen.

Geschäftsführer Christian Stiebling plant, den Firmensitz an der Jean-Vogel-Straße großflächig mit Photovoltaik-Paneelen auszurüsten - womöglich mit finanzieller Förderung durch Innovation City. Die Investitionssumme liegt bei rund 150 000 Euro. Bei der Installation werde er ausschließlich mit Herner Unternehmen zusammenarbeiten, so Stiebling. Ein Blick aus der Vogelperspektive offenbart, dass sich die Stiebling-Gebäude ideal für die Installation von Photovoltaik-Anlagen eignen. Nach Berechnungen der Stadtwerke könnte eine Anlage pro Jahr mehr als 62 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Stiebling plant, über 80 Prozent davon in die Anlage zur Runderneuerung von Lkw-Reifen zu speisen. Die Stadtwerke kommen in einer Prognose zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen rund 347 000 Euro an Stromkosten in den kommenden 25 Jahren sparen kann, wenn alle Dächer die Kraft der Sonne einfangen.

Ressourcen schont das Unternehmen auch bei der Runderneuerung von Lkw-Reifen. In dieser Hinsicht hat Stiebling vor wenigen Wochen eine wichtige Zertifizierung erhalten. Der TÜV Nord bescheinigte dem Betrieb, dass seine runderneuerten Reifen in Hinblick auf den Rollwiderstand besser sind als Neureifen großer Hersteller.

Zertifikat für runderneuerte Reifen

Auslöser für diese Tests war die Forderung nach einer Zertifizierung der Kooperation östliches Ruhrgebiet (KöR). In dieser Kooperation bündeln die HCR, die Bogestra, die Vestische und die Dortmunder DSW21 ihre Kräfte unter anderem bei der Beschaffung von Bussen oder Reifen.

Der TÜV kam zu dem Ergebnis, dass die Runderneuerten im Vergleich zu den Neuen etwa einen Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer einsparen. „Damit haben wir alle Anforderungen unseres Kunden erfüllt und liefern weiter“, kommentierte ein erfreuter Christian Stiebling das Testergebnis - die KöR ist sein mit Abstand größter Kunde. Auch die KöR-Unternehmen freuten sich, sagte HCR-Sprecher Dirk Rogalla auf Anfrage der WAZ-Redaktion. Allein die HCR-Bus-Flotte fahre pro Jahr 3,8 Millionen Kilometer und verbrauche rund 1,6 Millionen Liter Diesel. Da mache sich eine Einsparung von einem Liter auf 100 Kilometer bemerkbar. Rogalla kündigte an, dass die HCR in den kommenden Wochen das Testergebnis auf der Straße überprüfen werde.

 

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