Sterbenskranke im Mittelpunkt

Luisa Drees

Die letzte Lebenszeit zu Hause verbringen, die Lebensqualität erhalten und die verbleibende Zeit so gestalten, dass dem Sterbenden und seinen Angehörigen das Abschiednehmen erleichtert wird – all das meint Palliativversorgung.

Um eine Umsetzung dieses Grundgedankens in Pflegeheimen anzustoßen, hat das Palliativ-Netzwerk Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel vor zweieinhalb Jahren die „Arbeitsgruppe Heime“ gegründet und einen Leitfaden entwickelt. Rund 20 Vertreter diverser Pflegeeinrichtungen, Hospizdienste, Krankenhäuser und Ärzte kamen zusammen, um sich über ihre Sichtweisen, Erfolge und Probleme auszutauschen. „Diese trägerübergreifende Zusammenarbeit war uns besonders wichtig, damit wir viel Input erhalten“, erklärt Karin Leutbecher, Vorstand des Palliativ-Netzwerkes. Schnell sei der Wunsch entstanden, die besprochenen Ansätze und Ideen festzuhalten, erinnert sie sich.

Entstanden ist eine 44-Seiten-Broschüre, die Empfehlungen für eine Umsetzung mit Palliativversorgung und Hospizkultur in stationären Einrichtungen und Tipps für die Praxis enthält. Die Achtung der Individualität, Bedürfnisse des Sterbenden, die Linderung seines Leids und die innere Haltung jedes Mitarbeiters stehen dabei im Vordergrund. Neben medizinischen, werden auch soziale und spirituelle Erfordernisse an eine palliative Pflege erfasst.

Brunhilde Schlachter, Leiterin des Grete-Fährmann-Seniorenzentrums, und Anja Walorczyk, Pflegedienstleitung des DRK-Seniorenzentrums, waren Teil der Arbeitsgruppe und sensibilisieren ihre Mitarbeiter derzeit für die Thematik. Der erarbeitete Leitfaden sei dabei für alle verbindlich. „Ein Viertel der Mitarbeiter hat bereits an einer Fortbildung teilgenommen, um die Bedürfnisse des Sterbenden und der Angehörigen wahrnehmen und sich mit ethischen Fragen auseinandersetzen zu können“, schildert Schlachter. Im DRK-Seniorenzentrum seien, so Walorczyk, bisher bereits fünf Mitarbeiter zu Palliative-care-Fachkräften ausgebildet worden. „Die palliative Begleitung war bei uns schon immer ein großer Bereich, der durch die Arbeitsgruppe gestärkt worden ist“, resümiert sie.