Start-up at school: Herner Schüler zeigen Geschäftsideen

Die Sieger bei der Preisverleihung in der Herner Filmwelt: (Bildmitte v.l.) Leoni Krüssel, Enes Atar, Jennifer Lanzke.
Die Sieger bei der Preisverleihung in der Herner Filmwelt: (Bildmitte v.l.) Leoni Krüssel, Enes Atar, Jennifer Lanzke.
Foto: Ralph Bodemer / FUNKE Foto Services
Wie gründe ich ein Unternehmen? Herner Schüler entwarfen für den Wettbewerb „Start-up at school" Geschäftsideen. Kosmetik überzeugte die Jury.

„Und hier unser Prototyp“ – es knallt, buntes Lametta und Süßigkeiten fliegen in die Sitzreihen. Der „Candy Shooter“ ist eine von vier Geschäftsideen, die Schüler der Klasse 13 des Mulvany Berufskollegs, in der Filmwelt Herne vorstellen. Seit den Sommerferien haben sie für den Existenzgründungswettbewerb „Start up at school“ an ihren Ideen gearbeitet, Businesspläne erstellt, Werbevideos gedreht. Eine sechsköpfige Jury bewertet die Präsentationen und kürt den Sieger: Die „perfect!“ UG – Kosmetikartikel in kleinen Größen.

„Wir haben es noch gar nicht realisiert“, sagen Enes Atar, Leoni Krüssel und Jennifer Lanzke von „perfect!“. Die vergangenen drei Monate waren für sie sehr intensiv. „Am schwierigsten war es, Termine einzuhalten“, sagt Jennifer Lanzke. Um an ihrer Geschäftsidee zu arbeiten, gab es Projekttage. Auch in der Freizeit saßen sie zusammen. „Unsere Lehrer haben Rücksicht genommen, wenn wir unter Zeitdruck waren.“ So konnten die Drei während der Schulzeit an ihrer Idee feilen.

Erste Idee schnell verworfen

Zunächst hatten sie überlegt, eine App zu machen. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass man damit kein Geld verdienen kann und die Idee verworfen“, erklärt Leoni Krüssel. Dann kam die Idee mit der Kosmetik. Das Besondere: Sie ist günstiger als andere auf dem Markt, in kleinen Mengen online bestellbar und an individuelle Anlässe angepasst. Das Konzept überzeugt die Jury: „Die Rechtsform UG ist angemessen, eine ausführliche Marktanalyse war uns wichtig“, zählt Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, die Gründe für den 1. Platz auf.

So setzte sich „perfect“ gegen „Candy Shooter“ – individuelles Tischfeuerwerk mit Federmechanismus, „Finger Print“ -- Vertrieb von Fingerscannern für Verkehrsbetriebe und „Gastronomy simplified“ – Tablett für Stielgläser durch.

Unternehmensgründung als Lebensidee

„Wir möchten überzeugen, dass eine Unternehmensgründung eine gute Lebensidee sein kann“, betont Joachim Grollmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Herne (WFG). Deshalb unterstütze die WFG den Wettbewerb „Start-up at school“. „Wir möchten, dass sich Unternehmen in Herne ansiedeln.“

Die drei Gewinner haben gelernt, dass eine Selbstständigkeit „nicht mal eben so geht“, sondern viel Arbeit ist. Spaß hatten sie aber auch, vor allem am Dreh des Werbefilms. Enes Atar spricht aus, was sie denken: „Ich frage mich, ob unser Produkt wirklich ankommen würde.“ Das werden sie so schnell nicht herausfinden. Bis sie entscheiden müssen, wohin der berufliche Weg geht, können sie sich über je 100 Euro Siegprämie freuen. „Die könnten ein kleiner Grundstein für ein Unternehmen sein“, sagt Michael Ullrich von der Herner Sparkasse und fügt hinzu: „Oder sie geben das Geld einfach fröhlich aus.“

 
 

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