Stadtwerke verschwiegen Kosten bei Promi-Events

Redaktion
Angelika Kurzawa, Sprecherin der Stadtwerke Herne.
Angelika Kurzawa, Sprecherin der Stadtwerke Herne.
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadtwerke Herne haben bei ihren geschlossenen Veranstaltungen mit prominenten Gästen einen höheren Aufwand betrieben, als gegenüber der WAZ-Mediengruppe in einer früheren Stellungnahme zunächst einräumen wollten. Erst hieß es, eine eigene Kantine hätte fürs Catering gesorgt.

Herne. Die Stadtwerke hätten ihre beiden Veranstaltungen in 2011 und 2012 mit jeweils rund 80 geladenen Gästen allein durchgeführt, hatte das städtische Unternehmen noch in der vergangenen Woche gegenüber der WAZ erklärt. Und: Fürs Catering habe die eigene Kantine gesorgt.

FC Ruhrgebiet unterstützte die Stadtwerke

Dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht, wird beim Blick auf die Homepage des FC Ruhrgebiet deutlich. Diese Gesellschaft, ein Zusammenschluss mehrerer Köche, berichtet dort mit Foto über die Stadtwerke-Veranstaltung aus dem Jahr 2011, an der unter anderem auch ZDF-Moderator Rudi Cerne sowie Autor und Philosoph Peter Sloterdijk teilnahmen. Dazu heißt es auf der Internetseite: „Der FC organisierte das Rahmenprogramm – von der Technik über die Musik bis hin zur Kulinarik im Flying Dinner Stil“.

Ja, der FC Ruhrgebiet habe die Stadtwerke Herne bei dieser Veranstaltung unterstützt, räumt Stadtwerke-Sprecherin Angelika Kurzawa auf WAZ-Anfrage ein. „Alleine hätten wir das nicht stemmen können.“ Auch an der diesjährigen Stadtwerke-Veranstaltung sei der FC Ruhrgebiet beteiligt gewesen (Ausstattung, Personal, Catering).

Es gab mehr als Erbsensuppe

Marc Nabereit vom FC Ruhrgebiet arbeite auch stundenweise als Koch in der Stadtwerke-Kantine, erklärt Angelika Kurzawa weiter. Die Kantine sei auch insofern beteiligt gewesen, dass einige Mitarbeiterinnen bei der Vorbereitung des Essens geholfen hätten.

Unabhängig davon muss die Stadtwerke-Sprecherin jedoch einräumen, dass hier Aufträge an den FC Ruhrgebiet vergeben worden sind. Wie viel die Gesellschaft dafür erhalten hat und was den Gästen serviert worden ist, wollten die Stadtwerke aber nicht sagen. Nur soviel: „Es gab mehr als Erbensuppe.“