Stadtentwicklung wird sichtbar

Redaktion
Die Bahnhofstraße entwickelte sich aus dem ehemaligen Treibweg, der entlang des Dorfes Herne führte, so berichtet der Verein Hün un Perdün. 1976 wurde die Straße zur Fußgängerzone umgewidmet.
Die Bahnhofstraße entwickelte sich aus dem ehemaligen Treibweg, der entlang des Dorfes Herne führte, so berichtet der Verein Hün un Perdün. 1976 wurde die Straße zur Fußgängerzone umgewidmet.
Foto: Stadtarchiv/Hün un Perdün
  • Verein Hün und Perdün legt eine Serie mit sechs Postkarten auf
  • Auf den Karten verschmelzen alte und neue Ansichten aus Herne-Mitte
  • Vom Stadtumbaubüro finanzierte Karten sind an 26 öffentlichen Stellen erhältlich

Herne.  In dem neuen Projekt „Zeitsprünge“ macht der Verein „Hün un Perdün“ Stadtentwicklung in Herne-Mitte anschaulich und schlägt dabei eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart: Das Motiv eines historischen Fotos wurde neu abgelichtet, um am Computer alte und aktuelle Ansicht zu einem Bild zu verschmelzen.

In Kooperation mit dem Stadtarchiv und mit finanzieller Unterstützung aus dem Stadtumbauprogramm ist so eine Serie mit insgesamt sechs Postkarten entstanden, die ab sofort an 26 Stellen in Herne-Mitte kostenlos ausliegt.

Initiative vom Stadtumbaubüro

„Es ist immer wieder spannend zu sehen: Wie war es früher - und wie ist es heute“, sagt Marcus Schubert, Mitglied des historischen Vereins Hün un Perdün. Gemeinsam mit Vereinsfreund Gerd Biedermann zeichnet der Herner für die Aufnahme der neuen Fotos und die anschließende Montage am Computer verantwortlich.

Es sei nicht immer einfach gewesen, der Perspektive des historischen Fotos 1:1 zu entsprechen, sagt Schubert. So sei es auch schon mal vorgekommen, dass sich einer fürs aktuelle Foto auf die Straße gestellt habe, während der andere ihn vor Autos geschützt habe.

Die Mühen haben sich gelohnt: Die Postkarten eröffnen interessante und wohl vor allem für jüngere Herner verblüffende Blicke auf sechs Innenstadt-Standorte. Ergänzt werden die Foto-Montagen durch Texte über den inhaltlichen Hintergrund des jeweiligen Motivs.

Den Anstoß zu diesem „wunderschönen Projekt“ (Stadtarchivar und Vereinsmitglied Jürgen Hagen) gab der Stadtteilverfügungsfonds des Umbauprogramms Herne-Mitte. „Wir sind gefragt worden, ob wir uns nicht einbringen wollen“, so Hagen. Und Hün un Perdün wollte. Rund 900 Euro hat der Verein für den Druck der Postkarten aus dem Fördertopf erhalten. „Alles andere ist auf ehrenamtlicher Basis erfolgt“, sagt Marcus Schubert.

50 000 Euro für Projekte

Jährlich 50 000 Euro stelle der Stadtteilverfügungsfonds für soziale und integrative Maßnahmen von Bürgern, Vereinen und Initiativen zur Verfügung, sagt Evelyn Scheitler (Fachbereich Umwelt und Stadtplanung). Voraussetzung: Das Projekt müsse einen inhaltlichen Bezug zu Herne-Mitte haben. Die Maximalförderung betrage 5000 Euro, so Ilka Nagorny (Stadtumbaubüro.).

5000 Postkarten von jedem Motiv

Von jedem der sechs Motive sind 5000 Postkartengedruckt worden. Die Karten sind zurzeit an 26 öffentlichen Stellen in Herne-Mitte kostenlos erhältlich - unter anderem im Rathaus, im Stadtumbaubüro (Neustraße 19), bei Koethers & Röttsches (Bebelstraße 18) sowie in der WAZ-Geschäftsstelle (Markgrafenstraße 1).

Über die Homepage von Hün un Perdün können die Motive auch als E-Karte verschickt werden: www.huen-un-perduen.de

Wer Interesse an der Förderung eines Projekts aus dem Stadtteilverfügungsfonds hat, kann sich ans Umbaubüro Neustraße 19 wenden ( HER 9 88 65 85).