Stadt Herne wird Problemhaus nicht kaufen

Redaktion
Am 28. Oktober verkündete Sozialdedezernet Johannes Chudziak (li.)  auf einer Bürgerversammlung vor Ort erstmals die Pläne der Stadt zum Kauf des Problemhauses. Am Dienstag nahm die Stadt endgültig Abstand von den Plänen.
Am 28. Oktober verkündete Sozialdedezernet Johannes Chudziak (li.) auf einer Bürgerversammlung vor Ort erstmals die Pläne der Stadt zum Kauf des Problemhauses. Am Dienstag nahm die Stadt endgültig Abstand von den Plänen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt wird das Problemhaus an der Horsthauser Straße entgegen ursprünglicher Pläne nicht kaufen. Das bestätigte die Verwaltung am Dienstag im Rat.

Herne.  Die Stadt wird das Problemhaus an der Horsthauser Straße nicht kaufen. Stadtkämmerer Hans Werner Klee bestätigte am Dienstagabend im Rat die bereits zuvor bekannt gewordene Ablehnung eines Erwerbs durch die Verwaltung. Die Politik nahm die Position zustimmend zur Kenntnis.

In Gesprächen habe sich gezeigt, so Klee, dass zwischen den Vorstellungen des Eigentümers und denen der Stadt „eine sechsstellige Eurosumme“ liege. Nach WAZ-Informationen will der Besitzer des Hauses rund 140 000 Euro mehr haben als die Verwaltung zuvor in einem Wertgutachten hat ermitteln lassen.

Die knappe Mitteilung der Stadt am Ende der Ratssitzung nahmen auch Anwohner des Problemhauses zur Kenntnis, die zuvor knapp 200 Minuten lang tapfer auf den Besucherrängen ausgeharrt hatten. Vor der Ratssitzung hatte SPD-Fraktions-Chef Dudda den nach wie vor unter Kakerlakenbefall leidenden Bürgern in einem Gespräch Unterstützung signalisiert.

Und: In dem Gespräch stellte sich der Horsthauser SPD-Stadtverordnete Thomas Spengler hinter die Forderung der betroffenen Anwohner, dass sich der vom Eigentümer beauftragte Schädlingsbekämpfer auch der Fassade des seit August leer stehenden Hauses annehmen müsse. In der Dämmung des marodenen Gebäudes fänden sich viele Kakerlaken.

Wie berichtet, klagen viele Anwohner nach wie vor über Kakerlaken im Umfeld des bis Mitte August von Rumänen bewohntem Haus. Nach Angaben der Stadt führt der Kammerjäger in dieser Woche die dritte und letzte Schädlingsbekämpfung in dem maroden Haus durch.

Die SPD kündigte am Dienstag an im Gespräch mit den Anwohnern an, den Abschlussbericht der Verwaltung zu den durchgeführten Maßnahmen genau prüfen zu wollen. Auch die Durchführung der von der Bezirksvertretung Sodingen beschlossenen „Umfeldanalyse“ an der Horsthauser Straße durch die Verwaltung wolle man genau im Auge behalten, so Spengler zur WAZ. Hintergrund: Aufgrund der langen Sitzungspause können sich die politischen Gremien erst wieder ab Ende Januar offiziell mit der Problematik befassen.

Im Gespräch mit SPD-Fraktions-Chef Dudda erneuerten die Anwohner ihre Vorwürfe gegen die Stadt. Man werde von der Stadtverwaltung nur „veräppelt“, so der Tenor. Und: Nach einem Gespräch mit OB Horst Schiereck und Sozialdezernent Johannes Chudziak hätten sie nicht das Gefühl gehabt, dass die Stadt auf Seiten ihrer Bürger stehe. „Im Gegenteil!“