Stadt Herne will QR-Code auf Grabsteinen erlauben

Redaktion
Schon bald ein normales Bild in Herne? Die Stadt will die Installation von QR-Codes auf Grabsteinen oder an Grabstellen erlauben.
Schon bald ein normales Bild in Herne? Die Stadt will die Installation von QR-Codes auf Grabsteinen oder an Grabstellen erlauben.
Foto: DPA
Die Stadt Herne reagiert auf atkuelle Trends: Auf den städtischen Friedhöfen sollen künftig QR-Codes auf Grabsteinen zugelassen werden.

Herne.  Friedhof 2.0 in Herne: Die Verwaltung reagiert auf aktuelle Trends im Bestattungswesen und strebt eine Änderung der Friedhofssatzung an, nach der QR-Codes auf oder neben Grabsteinen künftig erlaubt sein sollen.

„Entsprechende Nachfragen hat es bisher bei Stadtgrün noch nicht gegeben. Wir setzen eine Empfehlung des Deutschen Städtetages um“, sagt Stadtsprecher Horst Martens auf WAZ-Anfrage. Die Verwaltung gehe davon aus, dass die Nachfrage nach dieser digitalen Erinnerungsform in Zukunft steigen werde.

Stadt will Technik selbst nutzen

Wer mit seinem Smartphone den Quick-Response-Code einscannt, könnte so beispielsweise zu einer persönlichen Gedenkseite für den Verstorbenen im Internet geführt werden. In Berlin gibt es bereits Grabsteine mit den schwarz-weißen Mustern. Ein Steinmetz hat sich dort auf entsprechende Gravuren spezialisiert. Und auf dem Dortmunder Ostfriedhof wurde schon 2013 ein entsprechender QR-Code am Grab der berühmten Kochbuchautorin angebracht.

Die Stadt kann sich vorstellen, QR-Codes auf Friedhöfen und andere öffentliche Einrichtungen auch selbst als Informationsquelle für Bürger zu nutzen. Das Kriegsgrab für die Märzgefallenen auf dem Südfriedhof käme hier ebenso in Frage wie Museen oder denkmalgeschützte Häuser, sagt Stadtsprecher Horst Martens.

Die Verwaltung nutze die QR-Code-Technik bisher nur im Stadtmagazin „inherne“. Leser würden so zu Langfassungen und Berichten ins Internet geführt, sagt Horst Martens. Die Resonanz sei bisher aber noch nicht so groß.

Was sagen Herner Bestattungsprofis zu diesem Trend? „Bei uns ist das bisher noch nicht Thema gewesen“, sagt Ralf Wendland vom gleichnamigen Bestattungsinstitut. Aber: „Die Generationen, die sich damit intensiver beschäftigen, kommen erst noch.“ Er gehe davon aus, dass die Nachfrage nach dieser anderen Form der Erinnerungskultur steigen wird.

Die nach den Herbstferien in den politischen Gremien auf der Tagesordnung stehende Anpassung der Friedhofssatzung sieht aber noch eine weitere Änderung vor: Nach dem neuen NRW-Bestattungsgesetz dürfen Grabsteine aus Naturstein nur noch aufgestellt werden, wenn sie aus Staaten gewonnen werden, die „nicht gegen die schlimmste Form von Kinderarbeit verstoßen“. Weitergehende Regelungen, die eine Kontrolle von Grabsteinen möglich machen, fehlten aber noch, so Stadtsprecher Horst Martens. Mit der Reform der Satzung wolle man jedoch schon einmal die Grundlage schaffen, um hier tätig werden zu können, so die Stadt.