Stadt Herne will Fußball-Plätze aufgeben - FC Herne warnt

Der Vorstand des FC Herne 1957 wehrt sich gegen die Aufgabe des Sportplatzes an der Schaeferstraße: (von rechts) Vorsitzender Michael Meisner, 2. Vorsitzender Frank Zabel und Jugendleiter Walter Mehring.
Der Vorstand des FC Herne 1957 wehrt sich gegen die Aufgabe des Sportplatzes an der Schaeferstraße: (von rechts) Vorsitzender Michael Meisner, 2. Vorsitzender Frank Zabel und Jugendleiter Walter Mehring.
Foto: Ralph Bodemer
Mindestens vier Fußballplätze sollen in Herne aufgegeben werden, so der Vorschlag des Runden Tisches. Der betroffene FC Herne 1957 warnt vor einem Ausverkauf.

Herne.. "Vier Herner Fußballplätze stehen vor dem Aus“ titelte die WAZ am 25. März. Wie andere Vereine auch habe der FC Herne 1957 erst durch diesen Bericht erfahren, dass sein Platz an der Schaeferstraße zur Disposition steht, berichtet Vorsitzender Michael Meisner. Der Vorstand des Vereins kritisiert nicht nur das „intransparente“ Verfahren, sondern will sich auch gegen die mögliche Aufgabe seiner bisherigen Sportstätte in Herne-Mitte wehren.

„Jungen, Mädchen, Eltern und Senioren waren überrascht bis entsetzt über dieses Vorhaben“, erklärte der Vorstand in einem der WAZ vorliegenden Brief an die Stadt und die Ratsfraktionen. Überschrift des Schreibens: „Droht der Ausverkauf des Herner Fußballsports?“

Erhalt der Plätze an der Schaeferstraße gefordert

Dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei, wie von Stadt und Politik betont wird, glaubt der Vorstand nicht. Wie berichtet, hat ein aus Vertretern von Stadt, Politik, Fußballkreis und Stadtsportbund bestehender „Runder Tisch“ vorgeschlagen, einen der beiden benachbarten Sportplätze an der Schaeferstraße aufzugeben. Der weiter betriebene Platz soll durch Kunstrasen aufgewertet werden. Da die zweite Anlage an der Schaeferstraße nicht nur vom Fußballverein ESV Herne mit zurzeit sieben Mannschaften, sondern als Bezirkssportanlage auch von Leichtathleten und Schulen stark genutzt wird, gilt eine Aufgabe als so gut wie ausgeschlossen.

Michael Meisner und Frank Zabel, 2. Vorsitzender bei Herne 1957, fordern den Erhalt beider Sportplätze an der Schaeferstraße. Ihr Ascheplatz sei vor einigen Jahren von der Stadt für viel Geld saniert worden, betonen sie. Damals sei versäumt worden, einen Kunstrasenplatz zu bauen.

ESV Herne hat Verständnis für die Stadt

„Wir sind DIE Anlaufstelle für den Fußball-Vereinssport in Herne-Mitte“, betont der Vorstand. Elf Mannschaften – ein Senioren-, zehn Jugendteams – spielten zurzeit unter dem Dach des Clubs. Und dass die Koordinierung von Spiel -und Trainingszeiten auf gemeinsam genutzten Plätzen schwierig sei, zeige das Beispiel Horsthausen. Wie auch die Linke-Ratsfraktion geht der Vereinsvorstand davon aus, dass es nicht zuletzt darum geht, „attraktive, hochpreisige Bauflächen zu veräußern“.

Der ESV Herne steht hinter den Plänen der Verwaltung. Sie hätten als Verein grundsätzlich Verständnis dafür, dass die Stadt Geld generieren müsse, um neue Kunstrasenplätze errichten zu können, sagt ESV-Vorsitzender Kai Wiedermann. Fußballvereine ohne Kunstrasen seien nicht zukunftsfähig. Auf einer gemeinsamen Sportanlage müssten sich die Vereine dann eben arrangieren, sagt ESV-Geschäftsführer Jürgen Unter.

Wie berichtet, haben sowohl die Stadt als auch der Sportausschussvorsitzende Kai Gera (SPD) zurückgewiesen, dass es allein darum gehe, einen möglichst hohen Erlös beim Verkauf potenzieller Wohnbauflächen zu erzielen. Aufgrund der schwachen Auslastung von Anlagen und der rückläufigen Zahl aktiver Kicker bestehe Handlungsbedarf. Und: Ziel sei es, so sagte jüngst Stadtsportbund-Chef Hans Peter Karpinski, dass alle Fußballvereine auf Kunstrasen spielen.

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