Stadt Herne legt Ausbauplan Inklusion vor

Wird nach den Sommerferien eine von zwei Schwerpunktschulen für gemeinsames Lernen: die Grundschule Michaelstraße in Wanne.
Wird nach den Sommerferien eine von zwei Schwerpunktschulen für gemeinsames Lernen: die Grundschule Michaelstraße in Wanne.
Foto: WAZ
Die Stadt Herne legt einen Inklusionsplan vor. Die Realschule Crange erhält demnach einen Aufzug für 200 000 Euro. Und es gibt Schwerpunktschulen.

Herne..  Die Grundschulen Ohmstraße in Baukau-Ost und Michaelstraße in Wanne werden nach den Sommerferien Schwerpunktschulen fürs gemeinsames Lernen sein. Das hat der Rat der Stadt nun auch formal beschlossen. Gleichzeitig hat die Verwaltung festgelegt, welche Maßnahmen in diesem Jahr an Herner Schulen zur Barrierefreiheit beziehungsweise zum behindertengerechten Ausbau durchgeführt werden sollen. Schon jetzt zeichnet sich ab: Nicht alles Wünschenswerte ist auch sofort finanzierbar.

„Was wir an Mitteln haben, reicht nicht aus“, erklärt Klaus Hartmann, Leiter des Fachbereichs Schule. Das Land fördert den Ausbau von Inklusionsstandorten und die Anpassung der Schulinfrastruktur im Schuljahr 2014/15 mit rund 225 000 Euro. Die Stadt begebe sich hier in einen langjährigen Prozess, so Hartmann. Man setze darauf, dass die Finanzierung von Maßnahmen auch aus anderen Töpfen möglich werde. Als Beispiel nennt er den Stadtumbau sowie die Sanierung von Schultoiletten durchs städtische Gebäudemanagement (GMH).

Anders als im Primarbereich ist bei den weiterführenden Schulen noch keine Festlegung auf Schwerpunktschulen erfolgt. Vor Problemen steht die Stadt insbesondere bei den Realschulen: „Es gibt keine Realschule, die ansatzweise barrierefrei ausgestattet ist“, sagt Klaus Hartmann. An der Realschule Crange soll nun ein behindertengerechter Aufzug eingebaut werden. Kosten: rund 200 000 Euro. Und an der Realschule Strünkede soll der Rückbau eines Hörsaals die Förder- und Differenzierungsmöglichkeiten verbessern. Kosten: rund 46 000 Euro.

Therapie- und Förderraum

Die Grundschule Michaelstraße erhält 7000 Euro für die Ausstattung eines Therapie- und Förderraumes und 8000 Euro für Abschlussarbeiten zum Einsatz von Treppenliften. „Fürs kommende Schuljahr reicht das zunächst aus“, sagt Schulleiterin Stefanie Schoppmann.

Und auch die neue Schwerpunktschule Ohmstraße sieht sich zumindest für 2015/16 gerüstet. Für 43 400 Euro wird dort durch die Teilung eines Mehrzweckraums die Nutzung für Förder- und Therapiezwecke ermöglicht. Das gemeinsame Lernen sei an der Ohmstraße schon Normalität, sagt Schulleiterin Martina Theuerl: „Wir haben hier ja schon ein paar Kilometer zurückgelegt.“

Der Ausbauplan der Stadt für 2015 sieht zudem vor: Umbaukosten von 8000 Euro an der Grundschule Flottmannstraße (Standortprüfung für ein Pilotprojekt im Schwerpunktbereich Hören/Kommunikation) sowie den Einbau von flexiblen Trennwänden am Pestalozzi-Gymnasium für 30 000 Euro.

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