Stadt Herne gibt neues Gutachten für Fördergerüst in Auftrag

Redaktion
Abbruchreif? Die Stadt will ein externes Gutachten in Auftrag geben, weil ihr die von der RAG vorgelegten Untersuchungen als Entscheidungsgrundlage nicht ausreichen.
Abbruchreif? Die Stadt will ein externes Gutachten in Auftrag geben, weil ihr die von der RAG vorgelegten Untersuchungen als Entscheidungsgrundlage nicht ausreichen.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Stadt Herne will ein ergebnisoffenes Gutachten über den Zustand des denkmalgeschützten Pluto-Fördergerüsts in Auftrag geben.

Herne.  Die Stadt hat Zweifel daran, dass der von der RAG als Eigentümerin geforderte Abriss des denkmalgeschützten Fördergerüsts von Zeche Pluto nötig ist. Das signalisierte am Dienstag Thorsten Brokmann von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt in der Bezirksvertretung Wanne. In Abstimmung mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Oberer Denkmalbehörde wolle die Stadt ein externes und „ergebnisoffenes“ Gutachten für das Wahrzeichen an der Wilhelmstraße in Auftrag geben, so Brokmann.

„Die von der RAG eingereichten Unterlagen reichen uns als Entscheidungsgrundlage nicht aus“, sagte der städtische Denkmalschützer am Rande der Sitzung zur WAZ. Parallel zur Erstellung eines Gutachtens würden weitere Gespräche stattfinden. Das nächste Treffen mit der RAG steht Ende Juni an.

Der Konzern hält derweil offenbar an seinen Zielen fest: Man habe bei der Bezirksregierung „einen Antrag auf Demontage im Hinblick auf Sofortmaßnahmen zur akuten Gefahrenabwehr“ gestellt, berichtet RAG-Sprecher Christof Beike auf WAZ-Anfrage. Dieser Antrag beinhalte unter anderem die Entfernung von „korrodierten dünnwandigen Bauteilen am Fördergerüst“. Dieser Antrag vom 6. Juni sei aber noch nicht beschieden worden.

Auf die Frage der WAZ, ob die RAG mit der RAG-Stiftung über einen Erhalt des Doppelbockgerüst gesprochen habe - wie von Politik und Bürgerschaft angeregt worden ist (wir berichteten)-, erklärt der Konzernsprecher: „Zu unseren Aufgaben gehört nicht, auf Dauer Denkmale in unserem Eigentum zu halten und zu pflegen.“ Es sei Aufgabe „des neuen Eigentümers“, eine Finanzierung der Sanierung sicherzustellen.

Eine Sanierung der maroden Anlagen würde Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verursachen, so Beike unter Berufung auf eine Schätzung von RAG Montan Immobilien. Diese Schätzung basiere auf den Untersuchungen zum Erhaltungszustand und Erfahrungswerten bei Sanierungsmaßnahmen ähnlicher Art.

In einer einstimmig am Dienstag beschlossenen Resolution appelliert die Bezirksvertretung Wanne an alle Verantwortlichen und insbesondere an die RAG als Eigentümerin, „allle Möglichkeiten für den Erhalt des Denkmals“ zu prüfen und Vorschläge für eine zukunftsfähige Nutzung zu erarbeiten. Außerdem bittet die Bezirksvertretung OB Dudda und Bezirksbürgermeister Ulrich Koch, mit dem Konzern und der RAG-Stiftung Gespräche aufzunehmen. „Wir dürfen die RAG nicht aus der Verantwortung entlassen“, so Koch.