SPD: Vogt will Chef werden

Nach der Landtagswahl 2010 gratulierte SPD-Chef Gerd Bollmann (li.) Alexander Vogt zum Einzug in den Landtag. Vielleicht werden im März 2012 erneut Glückwünsche fällig. Und zwar dann, wenn Vogt Bollmann als SPD-Chef beerben sollte. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
Nach der Landtagswahl 2010 gratulierte SPD-Chef Gerd Bollmann (li.) Alexander Vogt zum Einzug in den Landtag. Vielleicht werden im März 2012 erneut Glückwünsche fällig. Und zwar dann, wenn Vogt Bollmann als SPD-Chef beerben sollte. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
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Herne. Alexander Vogt will Nachfolger von Gerd Bollmann (64) an der Spitze der Herner SPD werden. Der 32-jährige Landtagsabgeordnete hat am Mittwoch seine Kandidatur angemeldet. Weitere Kandidaturen liegen bisher nicht vor.

Der Landtagsabgeordnete gibt den Startschuss: Alexander Vogt (32) hat am Mittwoch in der SPD seine Kandidatur für die Nachfolge des scheidenden Parteivorsitzenden Gerd Bollmann (64) angekündigt.

Weitere Bewerbungen liegen zurzeit nicht vor, so Bollmann zur WAZ. Wie berichtet, sollen Kandidaturen bis zum 10. Oktober angemeldet werden. Die Neuwahl findet im März 2012 statt. Gerd Bollmann steht seit elf Jahren an der Spitze der Herner SPD.

Die Kandidatur Alexander Vogts, der seit 2010 Vize der Herner SPD ist, kommt nicht überraschend. Anders als Bollmann würde er sich als Parteivorsitzender nicht gleichzeitig um ein Bundestagsmandat bewerben, betonte Vogt im Gespräch mit der WAZ. „Das kann ich definitiv ausschließen. Ich will nicht aufs nächste Mandat springen.“

Ein „langer Atem“ sei ihm bei seiner erst 2010 übernommenen Aufgabe als Landtagsabgeordneter wichtig. Und: Es sei grundsätzlich ein schwieriges Unterfangen, von Berlin aus die Herner SPD zu führen. „Das ist aber nicht als Kritik an Gerd Bollmann zu verstehen“, betont der frühere Leiter einer Agentur für Kommunikation.

Die Partei in Herne sei „gut aufgestellt, es macht Spaß, mitzuarbeiten“. Und: Es sei eine spannende Aufgabe, die SPD weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Mehrheitsfähigkeit zu bewahren. Die Bemühungen innerhalb der SPD um eine Parteireform zeigten in die richtige Richtung.

Ob der im Reformentwurf vorgesehene Mitgliederentscheid bereits bei der Wahl eines Herner SPD-Chefs zum Tragen kommen könnte, stößt bei Vogt wie auch bei Bollmann auf Skepsis. Hintergrund: Die Reform soll erst im Dezember von einem Bundesparteitag verabschiedet werden. Jenseits der Zeitschiene dürfte aber auch ein Mangel an Kandidaturen Fakten schaffen: Denn ein Mitgliederentscheid mit nur einem Namen auf dem Wahlzettel macht wohl keinen Sinn.

Doch aufgeschoben wäre ja nicht aufgehoben. Bis Anfang 2012 sollen sich interessierte Kandidaten parteiintern für die Bollmann-Nachfolge als Bundestagskandidat der Herner Sozialdemokraten bewerben. Und in der SPD geht nicht nur Gerd Bollmann davon aus, dass es in diesem Rennen mehrere Kandidaturen geben wird.