SPD in Herne nominiert Frank Dudda als OB-Kandidaten

Michael Muscheid
SPD-Chef Alexander Vogt (r.) gratuliert OB-Kandidat Frank Dudda.
SPD-Chef Alexander Vogt (r.) gratuliert OB-Kandidat Frank Dudda.
Foto: WAZ FotoPool
Die SPD in Herne schickt Frank Dudda ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters in Herne: Der 51-Jährige erhielt dem auf Nominierungsparteitag der SPD Herne am Mittwochabend 90,1 Prozent der Stimmen. Die OB-Wahl ist im September 2015 .

Herne.  Frank Dudda zieht für die SPD in die Oberbürgermeister-Wahl am 13. September 2015. Auf dem Nominierungsparteitag der Sozialdemokraten im Volkshaus Röhlinghausen erhielt der 51-Jährige am Mittwochabend 90,1 Prozent der Stimmen. Dudda will die Nachfolge von OB Horst Schiereck (SPD) antreten, der sein Amt abgibt.

Der Parteivorstand hatte den Juristen Dudda, bislang einziger Kandidat, im Oktober einstimmig vorgeschlagen (die WAZ berichtete). Auch am Mittwoch trat kein weiterer Bewerber auf den Plan, damit war der Weg frei für den SPD-Fraktionschef. In einer 30-minütigen Rede unter dem Titel „Auf in die Zukunft“ warb er vor den 144 Delegierten um eine breite Zustimmung.

Dabei betonte er zunächst seine tiefe Verwurzelung in der SPD, für die er seit 30 Jahren aktiv sei: „Ich war alles, bis auf Seniorenbeauftragter.“ Als Ortsvereinsvorsitzender, Ratsherr und zuletzt Fraktionschef habe er viel gelernt über das „Funktionieren des politischen Betriebes“. Um anzufügen: „Manchmal habe ich auch Lehrgeld bezahlt.“

In einem Rundumschlag skizzierte Dudda, im Hauptberuf Bundesgeschäftsführer der selbstständigen Physiotherapeuten (Bochum), seine Pläne für das OB-Amt. Zunächst versprach er „ein offenes Ohr für die Alltagsprobleme der Bürger“ und mehr Bürgerbeteiligung: „Mein Ziel ist die Beteiligungsstadt.“ Seine Antwort auf Politik-Verdrossenheit sei Teilhabe.

Für die Weiterentwicklung Hernes will sich Dudda im Falle seiner Wahl vor allem für drei Bereiche stark machen: den Arbeitsmarkt, die Region und den demographischen Wandel. Letzterer mache vielen Menschen Angst, deshalb müsse er gestaltet werden. Um das möglich zu machen, soll das Thema Demografie direkt im OB-Büro angesiedelt werden, kündigte er an. Nötig sei bei diesem Thema auch Kreativität: „Wir müssen noch mehr Freiräume für Träume organisieren.“ So will Dudda Jugendlichen etwa eine Schrottimmobilie zur Verfügung stellen, damit sie das Haus ganz nach ihren Vorstellungen wieder aufbauen können. Davon verspricht er sich „eine neue Welle der Kreativität und des Engagements“.

Von 141 gültigen Stimmen erhielt Dudda 127 Ja- und zwölf Nein-Stimmen; zwei Delegierte enthielten sich. Unter stehenden Ovationen versprach der OB-Kandidat: „Wir werden einiges für die Stadt bewegen.“

CDU kündigt eigenen Kandidaten an

Noch vor der Nominierung des SPD-OB-Kandidaten hat die CDU eine Grundsatzentscheidung getroffen: CDU-Chef Markus Schlüter kündigte am Mittwoch an, einen eigenen Kandidaten für die im Herbst 2015 stattfindende Wahl aufzustellen. Die Nominierung soll auf einem CDU-Parteitag im Dezember erfolgen. Namen möglicher Kandidaten nannte Schlüter noch nicht. Die Union wird damit Wahlkampf gegen den eigenen Koalitionspartner machen müssen.

Die Opposition aus Grünen, Linkspartei und Piraten-AL hat derweil verabredet, bis Anfang 2015 auszuloten, ob es einen gemeinsamen überparteilichen Kandidaten geben könnte. Wenn dies nicht der Fall ist, wollen zumindest die Grünen einen eigenen Kandidaten aufstellen, so die Signale.