Skulpturenpark der Flottmann-Hallen freut sich über Zuwachs

Neue Skulpturen im Skulpturenpark: hier der Kubus von Ludwig Dinnendahl.
Neue Skulpturen im Skulpturenpark: hier der Kubus von Ludwig Dinnendahl.
Foto: Ralph Bodemer
Arbeiten von Ludwig Dinnendahl, Peter Grzan, Balduin Romberg und Bruno Unkhoff fanden Aufnahme in das Grüngelände.

Herne..  Wer regelmäßig durch das Grüngelände hinter den Flottmann-Hallen spaziert, mit Hund oder ohne, dürfte es schon bemerkt haben: Der Skulpturenpark hat Zuwachs bekommen. Fünf Skulpturen von vier Künstlern haben in den vergangenen Wochen auf der Wiese eine neue Heimat gefunden.

Vorbei am frisch gereinigten „Homberger“ von Andreas Bee starten wir mit Jutta Laurinat, der Kuratorin und Initiatorin des Skulpturenparks, hinter den Hallen, wo vom Hauptweg aus bald schon links ein heller Kubus mit einer Wellenplatte zu sehen ist: „Genesis“ von Ludwig Dinnendahl. „Der Künstler ist verstorben und seine Tochter hat angefragt, ob wir an einer Dauerleihgabe interessiert sind“, erzählt Jutta Laurinat. Das war sie: Das Zusammenspiel des Materials Aluminium mit dem Edelstahl oder Backstein anderer Skulpturen reizte die Kuratorin. So wurde der Kubus aus Berlin, wo der vor dem Künstlerhaus stand, nach Herne geholt.

„Vitaminkreuz“ aus 13 Bäumchen

Für Uneingeweihte nicht ganz so leicht als Kunst zu deuten sind die 13 Bäumchen, die wir als nächstes ansteuern, Peter Grzans „Vitaminkreuz“. Von dem 2014 verstorbenen Künstler als weltweite Aktion geplant, wurden die Obstbäume bei Flottmann nach seiner Anleitung in Kreuzform angepflanzt. Bei der Auswahl der heimischen Kirsch-, Birnen-, Pflaumen- und Apfelbäume half BUND-Vorsitzende Hiltrud Buddemeier, natürlich durfte der „Dülmener Herbstrosenapfel“ nicht fehlen, ein Verweis auf Grzans letzten Wohnort. „Wir haben Halbstämmchen genommen, damit sich die Leute auch etwas abpflücken können“, erklärt Jutta Laurinat. So war es vom Künstler gedacht.

Sie führt uns zu einem Korpus aus massivem Eichenholz, den eine Stahlplatte bedeckt: Balduin Rombergs unbenannte Skulptur hat mit zwölf weiteren Elementen in den 90er Jahren auf dem Robert-Brauner-Platz gestanden, weiß die Kuratorin. Stellvertretend für die Serie hat sie das Element ausgewählt.

Nun gehen wir erst mal ein Stück, bis uns kurz vor dem Ausgang an der Straße des Bohrhammers rechts und links zwei schwarze Gestalten begrüßen. Der Wanne-Eickeler Künstler Bruno Unkhoff hat sie geschaffen und eine kuriose Geschichte steckt dahinter. „Ein Landschaftsgärtner sollte sie in Castrop entsorgen, wo sie in einem privaten Garten standen“, berichtet Jutta Laurinat. Ihre früheren Besitzer waren mit Unkhoff befreundet gewesen. Der Gärtner dachte mit, und über zwei Ecken gelangten die mit einer undefinierbaren schwarzen Schicht überzogenen Stahlfiguren in den Herner Süden. Sie werden nicht die letzten Neuzugänge sein. Momentan ist Jutta Laurinat mit der Künstlerin Gerda Schlembach im Gespräch, die dem Park eine Steele überlassen will, als Dauerleihgabe. Leihweise oder geschenkt hat Laurinat auch die anderen neuen Arbeiten bekommen. Und sie hat Platz für mehr: „Ich freue mich, wenn wir den Skulpturenpark erweitern und den Besuchern immer neue Blicke ermöglichen können.“

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen