Silvia Droste ist zurück in ihrem Revier

Die gebürtige Hernerin Silvia Droste gastiert am Samstag, 15. Juni, mit ihrer Band in den Flottmann-Hallen.
Die gebürtige Hernerin Silvia Droste gastiert am Samstag, 15. Juni, mit ihrer Band in den Flottmann-Hallen.
Foto: WAZ FotoPool
Ihre Karriere begann in den 70er Jahren mit den legendären New Haranni Poison Mixers. Am Samstag, 15. Juni, gastiert sie in den Flottmann-Hallen. Im Interview spricht Silvia Droste über ihren Start und aktuelle Entwicklungen.

Herne.. Silvia Droste ist eine der bekanntesten deutschen Jazz-Sängerinnen. Nach langer Zeit gibt die gebürtige Hernerin wieder ein Konzert in ihrer Heimatstadt. Am heutigen Samstag steht sie gemeinsam mit Chris Hopkins auf der Bühne der Flottmann-Hallen. Über ihre Leidenschaft für Swing, Blues und das Ruhrgebiet sprach sie mit WAZ-Redakteurin Maren Winterfeld.

Frau Droste, wie sind Sie zum Jazz gekommen?

Droste: Das war eigentlich purer Zufall. Am Haranni-Gymnasium habe ich im Chor mitgemacht. Durch meine durchsetzungsfähige Stimme bin ich da offensichtlich aufgefallen… (lacht) . Ein Lehrer entdeckte damals mein Talent und förderte mich, dann ging es mit den New Haranni Poison Mixers los, einer Band, die aus Schülern und Lehrern bestand.

Mit dieser Band waren sie sehr erfolgreich.

Ja. Wir haben damals viele Auftritte gehabt, auch in Funk und Fernsehen, u. a. 1977 in Alfred Bioleks „Kölner Treff“ und im WDR-Mittagsmagazin.

Was ist aus den anderen Bandmitgliedern geworden?

Ich bin meines Wissens die einzige, die das Hobby zum Beruf gemacht hat.

Obwohl Sie schon früh sehr erfolgreich waren, haben Sie erstmal auf Sicherheit gesetzt und ein Anglistik- und Romanistikstudium in Bochum angefangen. Fehlte Ihnen anfangs der Mut, sich ganz auf die Musik zu konzentrieren?

Es war nicht von Anfang an klar, ob ich von meiner Musik leben kann. Doch mein Studium habe ich auch schon durch Auftritte finanziert. Durch die Unterstützung von zum Beispiel Peter Herbolzheimer und Bill Ramsey bekam ich die Chance, den ZDF-Jazzclub zu moderieren, und nach und nach kamen immer mehr Angebote. Nach dem ersten Staatsexamen habe ich das Studium aufgeben und Musik gemacht.

Sie waren in letzter Zeit eher selten im Revier zu hören. Wo waren Sie unterwegs?

Im vergangenen Jahr war ich unter anderem Gastsolistin bei der WDR Big Band und beim „SibJazzFest“ in Nowosibirsk. Das war toll, aber ich freue mich, wieder in meiner Heimat zu singen. Herne ist schließlich mein Lebensmittelpunkt.

Trotzdem ist Herne nicht Ihr musikalischer Mittelpunkt. Wie bewerten Sie die Jazz-Szene in unserer Stadt?

Grundsätzlich hat Herne natürlich nicht eine so große Jazz-Szene wie die europäischen Metropolen. Ich sehe aber, dass viele Leute hier sehr engagierte Kulturprojekte veranstalten und die kleine Musikszene am Leben halten. Kulturell wird hier echt so einiges geboten!

Das Jazz-Publikum gilt als speziell und oft auch als intellektuell. Ist es schwierig, mit Jazz-Musik viele Leute zu begeistern?

Es kommt ganz darauf an. Es gibt sehr eingängige Musikstile, aber eben auch experimentellen Jazz. Auch der hat seine Fans.

Worauf dürfen sich die Besucher Ihres Konzerts in Herne am Samstag freuen?

Mit Chris Hopkins und dem Swing Trio erwartet die Zuschauer eine eher kammermusikalische Besetzung mit Gitarre, Kontrabass und Flügel - à la Nat King Cole. Stilistisch machen wir eine Reise durch das All American Songbook, mit frisch bearbeiteten Standards von Duke Ellington, Harold Arlen und George Gershwin.

 
 

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