Schüler sollen eine Unternehmensgründung simulieren

Christopher Braucks und Nadja Lembke (Mitte) schilderten den Schülern ihre Erfahrungen als Existenzgründer.
Christopher Braucks und Nadja Lembke (Mitte) schilderten den Schülern ihre Erfahrungen als Existenzgründer.
Foto: FUNKE Foto Services
Am Mulvany-Berufskolleg hat wieder der Wettbewerb „Start up at School“ begonnen. Die Schüler sollen realitätsnah ein Existenzgründung simulieren.

Herne..  Das ist mal ein Start ins Schuljahr für die Schüler der Fachoberschulklasse 13 des Mulvany-Berufskollegs: Auf dem Stundenplan steht nichts weniger als die Gründung eines Unternehmens. Der Wettbewerb „Start up at School“ ist in die fünfte Runde gestartet. In den kommenden drei Monaten müssen die Schüler ihre Geschäftsideen realitätsnah zur Gründungsreife treiben - inklusive der Erstellung eines Businessplans, Gesprächen bei der Sparkasse oder Marketing.

Zum Auftakt diskutierten sie bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit zwei realen Gründern, um eine Ahnung zu bekommen, welche Nöte, aber auch Freuden mit dem Dasein als Selbstständiger verbunden sind.

Die Wanne-Eickelerin Nadja Lembke ist mit ihrer Multimediaagentur „nad-works“ ihre eigene Chefin geworden - was sie auf der Positivseite verbucht. Auch stehe sie finanziell besser da als früher, habe mehr Freizeit, könne im Schlafanzug von zu Hause aus arbeiten - doch sie sei mit ihrem Job „verheiratet“, arbeite quasi 24 Stunden am Tag und habe keine Zeit, um krank zu sein.

Pflicht: Businessplan schreiben

Christopher Braucks war in seinem Job als Buchhändler erfolgreich, dennoch gründete er „21Hz Backline“. Was als Instrumentenverleih startete, ist nun ein Verleih von allem, was mit Veranstaltungen zu tun hat - bis hin zur vollständigen Bühne. Er habe mit einem überschaubaren Kundenstamm angefangen, erzählt Braucks: genau zwei. Seine Devise: Es muss Spaß machen, wenn das nicht mehr der Fall sei, solle man sofort aufhören. Beide geben ihren Zuhörern einige Tipps mit auf den Weg - etwa, dass das Schreiben eines Businessplans keinen Spaß bereite, aber zu den Pflichten gehöre.

Mit diesem Wissen können sich die Schüler in die Umsetzung ihrer eigenen Ideen stürzen. Die bieten - wie in den Vorjahren - eine breite Palette an Ansätzen:

So hat eine Gruppe die Gründung eines internetbasierten Make-up-Handels ins Auge gefasst. Unter anderem soll dieser Handel in Kleinstmengen anbieten, darüber hinaus soll es einen Konfigurator geben, damit Kunden schauen können, wie etwa ein Rouge auf der Wange wirkt.

Eine weitere Gruppe beschäftigt sich mit einem Daumenabdrucklesegerät. Damit könnte man in Bus und Bahn statt mit dem Ticket mit seinem Daumenabdruck „bezahlen“. Das Modell könnte auf andere Branchen ausgeweitet werden.

Für die Gastronomie wäre ein Weintablett zum Hängen interessant, das die dritte Gruppe im Sinn hat. Der Gedanke: Die Gefahr, dass die hohen Weingläser auf normalen Tabletts umkippen, wird so vermieden.

Vierte Idee: Gründung einer Veranstaltungsagentur, die alle möglichen Ereignisse organisiert - vom Junggesellenabschied bis zum Kindergeburtstag.

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