Schüler gehen mit der Frisbee-Scheibe auf Punktejagd

Daniele Giustolisi
Hoffen auf einen Verein, der sie aufnimmt: „Air Force Eickel“.
Hoffen auf einen Verein, der sie aufnimmt: „Air Force Eickel“.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Am Gymnasium Eickel geht das einzige Ultimate-Frisbee-Team Hernes auf Punktejagd. Entstanden ist „Air Force Eickel“ aus der Idee eines Sportlehrers. In seinen Grundzügen erinnert das Spiel an American Football. Zurzeit suchen die Schüler einen Verein, der sie aufnimmt.

Herne.  „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“ Dieser Satz stammt von Gary Lineker, Englands Stürmerlegende aus den 80er-Jahren. Auf das Ultimate-Frisbee-Team des Gymnasiums Eickel trifft dieser Satz nur bedingt zu. In ihrer Sportart laufen 14 Männer und Frauen solange einer Frisbee-Scheibe hinterher, bis ein Team 17 Punkte hat – und am Ende gewinnt nicht immer das Gymnasium Eickel. Seit 2011 besteht die „Air Force Eickel“, das Frisbee-Team des Gymnasiums, inzwischen. Damit ist es Hernes einziges Ultimate-Frisbee-Team.

Angefangen hat alles mit der Idee eines damaligen Sportlehrers des Eickeler Gymnasiums. Völkerball, Geräteturnen oder Dauerlauf waren David Riffel damals zu langweilig. Kurzerhand brachte er seinen Schülern die Kunst des Frisbee-Sports nahe, der in seinen Grundzügen dem American-Football ähnelt. Schnell fanden sich viele begeisterte Schüler, die den Sport auch in ihrer Freizeit betreiben wollten. Es entstand die Frisbee-AG des Gymnasiums - einmalig in Herne. Einer von 20 begeisterten Frisbee-Sportlern war damals Maurice Meininger. Der heute 19-Jährige ist mittlerweile Trainer der 34 Mitglieder großen Truppe, die sowohl aus Jungen als auch aus Mädchen der Oberstufe besteht.

Keine Schiedsrichter

„In unserem Sport geht es hauptsächlich um Agilität“, sagt Meiniger, der sich in jahrelanger Eigenarbeit die Tricks und Kniffe der Sportart auf diversen nationalen und internationalen Meisterschaften aneignete. Vor allem die Eigenverantwortung beim Ultimate-Frisbee ist für den Eickeler ein wichtiger Faktor, immerhin kommt die Sportart seit ihrer Entstehung gänzlich ohne Schiedsrichter aus: „Strittige Situationen werden da meistens sehr schnell geklärt“, berichtet Meiniger.

Zur Zeit trainiert die „Air Force Eickel“ einmal die Woche. „Wir wollen das Training aber demnächst ausdehnen“, so Meiniger, der mit seinem Team bei diversen Turnieren in ganz Nordrhein-Westfalen sowie bei der Ruhrliga teilnimmt. Das Problem: Ab dieser Saison dürfen Frisbee-Teams nur noch an Turnieren und Meisterschaften teilnehmen, wenn sie in einem Verein organisiert sind. Die „Air-Force-Eickel“ sucht daher händeringend nach einem Verein in Herne, der das Team aufnimmt. Momentan gestaltet sich die Suche nicht ganz einfach. Erste Anfragen scheiterten. Meiniger: „Wir hoffen, bald wieder an den Start gehen zu können.“