„Schnupperschule“ führt Herner Kita-Kinder an Schulen heran

Die sozialpädagogische Fachkraft Irini Ladas (l.) im Unterricht mit den i-Dötzchen der Klasse 1a der Max-Wiethoff-Grundschule.
Die sozialpädagogische Fachkraft Irini Ladas (l.) im Unterricht mit den i-Dötzchen der Klasse 1a der Max-Wiethoff-Grundschule.
Foto: WAZ FotoPool
Das Projekt „Schnupperschule“ soll angehenden i-Dötzchen und ihren Eltern in Herne den Einstieg in den Schulalltag erleichtern. So können auch Förderbedarfe frühzeitig erkannt werden. Ziel ist eine stärkere Vernetzung aller Schulen und Eltern, die partnerschaftlich agieren sollen.

Herne.  Mit der Einschulung beginnt ein neuer, wichtiger Lebensabschnitt – für Kinder und Eltern gleichermaßen. Um den Übergang vom Kindergarten in die Schule so fließend und entspannt wie möglich zu gestalten und mögliche Ängste abzubauen, haben mehrere Grundschulen in Herne das Projekt „Schnupperschule“ ins Leben gerufen. Ein halbes Jahr lang werden i-Dötzchen und ihre Eltern dabei auf den Schulalltag vorbereitet. So soll auch ein möglicher Förderbedarf rechtzeitig erkannt werden.

„Der Bedarf an vorschulischer Förderung ist groß und unser Angebot findet großen Anklang“, sagt Hilde Überfeld, Leiterin der Grundschule Max-Wiethoff-Straße und zieht eine positive Bilanz. Im Februar 2011 startete das Pilotprojekt für eine Gruppe von 20 Kindern und Eltern, seit Februar 2012 ist die Teilnahme für alle angemeldeten Kinder möglich. „Der Zuspruch ist umwerfend groß“, sagt Überfeld.

Einmal pro Woche werden die angehenden i-Dötzchen morgens nicht zum Kindergarten sondern zur Schule gebracht. Von 8 bis 8.45 Uhr wird dann eine echte Schulstunde simuliert, bevor die Kinder von ihren Erzieherinnen aus den umliegenden Kitas wieder abgeholt werden.

Zeit der Verunsicherung entfällt

„Die Kinder lernen die Schule und die Lehrer kennen und knüpfen erste Freundschaften. Auch gehemmte Kinder legen die Scheu irgendwann ab. So entfällt die Zeit der Verunsicherung nach der Einschulung“, sagt Hilde Überfeld. Zudem lasse sich im Vorfeld und nach Rücksprache mit den Kindergärten schneller erkennen, bei welchen Kindern Förderbedarf besteht.

Für Eltern wird zudem einmal pro Monat eine „Elternschule“ angeboten – bislang, so heißt es, aber noch mit mäßigem Erfolg. Dabei sollen auch die Eltern an die Schule herangeführt und eingebunden werden, Vertrauen auf- und Ängste abgebaut werden. „Viele Eltern sind sehr verunsichert, sie wollen natürlich alles richtig machen“, sagt Schulsozialarbeiterin Karoline Müller.

Schulen sollen sich nach außen öffnen

Mögliche Themen in der „Elternschule“ seien zum Beispiel Schulfrühstück, Schulweg, Vorbereiten auf Lesen, Rechnen und Schreiben, Hausaufgaben oder Freude am Lernen. „Es ist gut, schon im Vorfeld Kontakte zur Schule aufzubauen. Das senkt die Hemmschwelle, die Kollegen bei Problemen später anzusprechen“, so Müller. Allerdings: „Wir erreichen noch nicht alle Eltern, die wir erreichen wollen“, sagt Schulleiterin Überfeld.

Unabhängig davon sieht Schulamtsdirektorin Anette Panhans das Projekt als „einmalige Chance“, Schulen nach außen zu öffnen und breite Netzwerke zu bilden. Sieben Herner Grundschulen nehmen bereits an dem Projekt „Schnupperschule“ teil, andere bieten individuelle Eingewöhnungsprogramme an. Mit Erfolg, wie Hilde Überfeld sagt: „Die Kinder schwimmen sich schneller frei und ihre Eltern haben eine positivere Haltung gegenüber der Schule.“

Partnerschaften zwischen Eltern und Schulen

Der verbesserte Zugang zu Bildungsangeboten sowie die Gestaltung individueller Bildungsbiografien wird in Herne auch von dem bundesweiten Förderprogramm „Lernen vor Ort“ unterstützt. Die „Schnupperschule“ füge sich in alle Handlungsziele des Programms ein, sagt Schulamtsdirektorin Anette Panhans. Vor allem in das Ziel, Partnerschaften zwischen Eltern und Bildungsinstitutionen zu fördern.

 
 

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