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Sasol kündigt „Restrukturierungsprozess“ an

Sasol kündigt „Restrukturierungsprozess“ an

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Foto: WAZ Fotopool
Der Verkauf des Sasol-Werks in Herne-Mitte ist (vorerst) gescheitert. Weil das Chemie-Unternehmen im Winter in Schieflage geraten war, hatte der Mutterkonzern in Südafrika einen Käufer gesucht. Vergeblich. Nun kündigt Sasol Solvents ein Restrukturierungsprojekt an – und einen Wechsel an der Spitze.

Herne. 

Am Samstag verlässt Gregor Lohrengel, Geschäftsführer von Sasol Solvents Germany, das Unternehmen. Gründe teilt Sasol nicht mit, für Nachfragen war das Unternehmen am Nachmittag nicht erreichbar. Nur so viel: Lohrengel habe „einen außerordentlichen Beitrag zum Unternehmen und für seine Mitarbeiter geleistet“. Nachfolger werde Rainer Preuß, derzeit stellvertretender Werkleiter Moers/Herne.

Die Situation des Lösemittel-Herstellers, der an der Shamrockstraße in Herne -Mitte 150 Mitarbeiter beschäftigt, sei „unbefriedigend“, hatte Lohrengel im Dezember im Gespräch mit der WAZ gesagt. Die angespannte Marktsituation und die hohen Rohstoffpreise hätten das Ergebnis zuletzt deutlich belastet. Ein Verkauf des deutschen Werks, so Lohrengel damals, „bietet Chancen“.

Die Pläne erfüllten sich nicht. „Zu einem Verkaufsabschluss kam es jedoch nicht“, heißt es jetzt in einer schriftlichen Mitteilung des Unternehmens. Nähere Gründe dafür werden nicht benannt. Nun soll ein „Restrukturierungsprozess“ dem Chemie-Unternehmen wieder auf die Beine helfen. Einzelheiten werden dazu ebenfalls nicht mitgeteilt. Allein: „Es werden Maßnahmepläne erarbeitet, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeitnah vorgestellt werden.“ Dann soll der Prozess „in Kürze“ starten.

Ob dieser auch einen Arbeitsplatzabbau in Herne oder im Schwester-Werk in Moers beinhaltet, blieb am Donnerstag ebenfalls unbeantwortet. Im Winter, als die Verkaufsabsichten bekannt wurden, ging erstmals in der Belegschaft die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust um.