Sand statt Mulch auf Spielflächen: Kritik an der Stadt Herne

Auch an der Schillerschule wurde Rindenmulch durch Sand ersetzt.
Auch an der Schillerschule wurde Rindenmulch durch Sand ersetzt.
Foto: Ralph Bodemer
Die Stadt will nach und nach auf den Spielflächen der Schulen Rindenmulch durch Sand ersetzen. Das stößt auf Kritik in Schulen und der Politik.

Herne.  Die Stadt hat vor einigen Jahren an Herner Schulen damit begonnen, aus Kostengründen den Rindenmulch im Spielbereich der Außengelände durch Sand zu ersetzen. Diese Praxis stößt nun auf Kritik.

Der SPD-Stadtverordnete Thomas Spengler griff das Thema am Mittwoch im Betriebsausschuss Gebäudemanagement (GMH) auf. Der Sozialdemokrat berichtet, dass es bei Besuchen der rot-schwarzen Rats­partner in Schulen bereits mehrfach Beschwerden über den Austausch des Belags gegeben habe. Und zwar: von den Leiterinnen der Schillerschule, der Vellwig-Schule und der Max-Wiethoff-Schule.

Andrea Sdun von der Schillerschule in Herne-Mitte bestätigt dies am Freitag auf Anfrage der WAZ. Vor zwei, drei Jahren habe die Stadt an ihrer Schule Rindenmulch durch Sand ersetzt. Dies habe dazu geführt, dass Sand von den Kindern ins Gebäude getragen werde. Den Kostenfaktor lässt sie deshalb nicht gelten: „Die Sparmaßnahme geht nach hinten los, weil sich der Reinigungsaufwand erhöht.“

Was Andrea Sdun an der Aktion besonders gestört hat: „Wir sind im Vorfeld nicht einmal von der Stadt darüber informiert worden.“ Die Verwaltung erklärt auf Anfrage der WAZ, dass der hier zuständige Fachbereich Stadtgrün vor Jahren damit begonnen habe, in den Außenflächen der Schulen Rindenmulch durch Sand zu ersetzen: „Das ist ein laufender Prozess“, so Stadtsprecher Christoph Hüsken. Sand sei in der Anschaffung kostengünstiger sowie funktionaler. Während Rindenmulch schon nach vier bis sechs Jahren ausgetauscht werden müsse, sei dies bei Sand nur alle acht bis zwölf Jahre der Fall. Außerdem sammle sich bei starken Regenfällen Wasser unter dem Rindenmulch.

Stadt will Praxis beibehalten

Dass diese Maßnahme in einigen Schulen auf Kritik stößt, sei der Stadt durchaus bekannt, so Christoph Hüsken. Zu einem Kurswechsel werde dies aber nicht führen, weil die Verwaltung die jetzige Lösung für die bessere halte.

SPD-Ratsherr Thomas Spengler hat dafür keinerlei Verständnis. Einerseits wolle man saubere Schulen haben, andererseits führe man derart kontraproduktive Maßnahmen durch, kritisiert der Sozialdemokrat.

 
 

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