Rummel soll schon am Bürgerabend starten

Michael Muscheid
Foto: Hans Blossey

Herne. Jahrelang wurde über eine verlängerte Cranger Kirmes diskutiert, nun will die Stadt damit Ernst machen: Ab kommendem Jahr sollen Buden und Fahrgeschäfte bereits am Bürgerabend öffnen.

Diese Pläne, die „Kirmesdezernent“ Meinolf Nowak im November der Politik vorstellen will, sind Teil einer „Qualitätsoffensive“. Damit will die Stadt als Veranstalter die Cranger Kirmes fit machen für die Zukunft. Nach Oktoberfest und Cannstatter Wasen, sagt der Dezernent im WAZ-Gespräch, sei die Cranger Kirmes das drittgrößte Volksfest der Republik: „Diesen Platz unter den Top drei wollen wir behalten.“ Die Konkurrenz schlafe nicht, und das Freizeitverhalten habe sich verändert. Da täten neue Ideen Not.

Eine davon: die Öffnung des Rummels zum so genannten Bürgerabend. Während bislang am Donnerstag, dem Tag vor der Eröffnung, bereits im Bayernzelt die Post abging, lag die Kirmes drumrum noch im Dornröschenschlaf. Das schmeckte vielen nicht: nicht den Fans, die gleich einsteigen wollten in den Rummel, und nicht den Schaustellern, die oft genug ihre Geschäfte vor Betrunkenen sichern mussten. Würde die Sause am Kanal zum Bürgerabend öffnen, meint Nowak, würde sich „die Situation entspannen“.

Von einer vorgezogenen Kirmes-Öffnung spricht er indes nicht. Er nennt das Ganze „Anlaufen“. Die offizielle Eröffnung mit Fassanstich soll auch weiterhin am Freitagnachmittag stattfinden. Somit werde die Cranger Kirmes auch nicht verlängert.

Dass durch das „Anlaufen“ mehr Besucher kommen, will der Beigeordnete nicht ausschließen. Das hätte zur Folge, dass Herne im Vergleich zu Düsseldorf Punkte sammeln könnte. Hintergrund: Seit Menschengedenken kämpfen die Veranstalter von Cranger Kirmes und Rheinkirmes um das Prädikat „Größtes Volksfest in Nordrhein-Westfalen“. Bislang hat Herne die Nase vorn, droht aber ins Hintertreffen zu geraten, weil Düsseldorf seinen Rummel 2011 um einen Tag auf dann ebenfalls zehn Tage verlängert.

Zur Qualitätsoffensive gehören weitere Punkte. Zum einen überlegt die Stadt, Buden und Fahrgeschäfte in bestimmten Bereichen unter ein gemeinsames Motto zu stellen (zum Beispiel „historische Kirmes“), zum anderen will sie das gastronomische Angebot verbessern – auch, um neue Zielgruppen anzusprechen. Nicht zuletzt sollen Schausteller ihre Geschäfte, wenn nötig, attraktiver gestalten. Hier will die Stadt ein Coaching anbieten.