Ruhrparlament verschiebt Fusion der Freizeitzentren

Redaktion
Das Sommerbild trügt: Auch der Revierpark Gysenberg leidet unter einem Besucherrückgang. Der RVR strebt eine Verschmelzung von fünf Revierparks an. In Herne gibt es nach wie vor große Widerstände.
Das Sommerbild trügt: Auch der Revierpark Gysenberg leidet unter einem Besucherrückgang. Der RVR strebt eine Verschmelzung von fünf Revierparks an. In Herne gibt es nach wie vor große Widerstände.
Foto: FUNKE Foto Services
Das Ruhrparlament hat am Freitag einen Beschluss über die Verschmelzung der Revierparks vertagt. Zunächst sollen die Räte der Städte entscheiden.

Herne.  Das Ruhrparlament hat am Freitag den vom Regionalverband Ruhr (RVR) angestrebten Richtungsbeschluss über die Verschmelzung von fünf Revierparks auf Antrag der CDU vertagt. Zunächst sollen die beteiligten Räte darüber abstimmen, ob sie dem vom RVR vorgelegten Konzept zur Gründung einer zentralen Freizeitgesellschaft für alle fünf Revierparks zustimmen wollen.

Wie berichtet, will der Regionalverband mit dem neuen Modell den starken Besucherrückgang und die Finanzprobleme der fünf Freizeitzentren in Herne, Duisburg, Gelsenkirchen/Essen, Oberhausen/Bottrop sowie Witten/Bochum in den Griff bekommen. Nur der Gelsenkirchener Rat hat dem Entwurf bisher zugestimmt – unter dem Vorbehalt, dass alle Revierparks im Boot sind. In allen anderen beteiligten Kommunen stehen Beschlüsse noch aus. Auf Grundlage des vom RVR vorgelegten Konzepts erscheint eine Zustimmung in Herne zurzeit so gut wie ausgeschlossen. Im Hauptausschuss hatten Vertreter aller Fraktionen viele Vorbehalte geltend gemacht.

Kritik an dem Entwurf übte gestern CDU-Ratsfraktions-Vize Horst Severin, der auch Mitglied des Ruhrparlaments ist. Der vorliegende Entwurf des RVR sei „nicht aussagekräftig genug“ und nicht durch Zahlen und Inhalte unterfüttert, so der Christdemokrat auf Anfrage.

OB Frank Dudda kann sich eine Zustimmung des Herner Rates zu dem vorliegenden Verschmelzungsmodell nicht vorstellen. Wenn es am Freitag im Ruhrparlament zu einem Beschluss gekommen wäre, so Dudda zur WAZ, hätte er sich nicht an der Abstimmung beteiligt. Er gehe davon aus, dass sich der Herner Rat in der März-Sitzung mit der Verschmelzung befassen werde.

Severin regt an, dass sich die Herner Ratsfraktionen in einer Arbeitsgruppe über einen möglichen „Alleingang“ Hernes bzw. des Revierparks Gysenberg Gedanken machen könnten. Dortmund hat sich mit dem Revierpark Wischlingen bereits für diesen Weg entschieden.

Die Frage, ob das Verschmelzungsmodell mit dem Ausscheren eines Revierparks hinfällig wäre, ist offen. RVR-Chefin Geiß-Netthöfel hatte im Herner Hauptausschuss auf eine entsprechende konkrete Nachfrage keine Antwort gegeben.