Romantische Klänge im Museum

Die 18-jährige Cellistin Felicia Bellinghausen . Foto: Gero Helm / Archiv
Die 18-jährige Cellistin Felicia Bellinghausen . Foto: Gero Helm / Archiv
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Die Herner Symphoniker präsentierten ein Programm, das die Zuschauer begeistert applaudieren ließ. Die junge Cellistin Felicia Bellinghausen begleitete das Orchester kongenial.

Herne..  Ein fesselndes Programm aus Klassik und Romantik präsentierten die Herner Symphoniker unter Leitung von Elmar Witt zusammen mit der jungen Cellistin Felicia Bellinghausen am Freitagabend im Archäologiemuseum.

Erwartungsvolle Spannung herrscht im voll besetzten Saal des Archäologiemuseums, als die Herner Symphoniker mit Franz Schuberts Ouvertüre im italienischen Stil C-Dur, D 591, einsetzen: Nach einem markanten Auftakt zeichnet dieses Werk eine beschwingte Leichtigkeit aus, die die Herner Symphoniker mit federnder Eleganz gestalten und damit anfängliche leichte Unsauberkeiten bei der Intonation der Streicher und Flöten vergessen lassen. Auch dramatische Spannungsbögen und Entwicklungen arbeiten sie stilsicher heraus.

Dunkel-dräuende tiefe Streicherklänge zu unruhig-vibrierender Begleitung, über die sich ein hektisch getriebenes helles Holzbläserthema und ein kontrastierendes melodiöses Cellothema erheben, charakterisieren den spannungsgeladenen ersten Satz von Franz Schuberts Symphonie Nr. 7 h-moll D 759, auch „die Unvollendete“ genannt. Mit stilistischem Feingefühl und sicher gehaltenen Tempi gestalten die Herner Symphoniker den Dualismus zwischen diesen beiden Themen. Mit dem Zwischenruf „sehr schön“ applaudieren die Zuhörer begeistert.

Nachwuchscellistin brilliert

Dunkle Lautmalerei prägt den zweiten Satz, Andante: Formvollendet zeichnen die Herner Symphoniker unter Elmar Witts differenziertem Dirigat die Entfaltung des Themas nach und bringen den volkstümlich-liedhaften Charakter so gut zur Geltung wie die Entwicklung zur machtvollen Hymne.

Mit starken dynamischen Kontrasten und zügigen Tempi heben die Symphoniker in Mozarts Ouvertüre zur Oper „Titus“ die Nähe des klassischen Meisters zur Frühromantik hervor.

Höhepunkt ist das Konzert Nr. 1 für Violoncello und Orchester von Camille Saint-Saens. Hier brilliert die 18-jährige Nachwuchscellistin Felicia Bellinghausen: Virtuose Melodien voll fiebriger Erregung interpretiert sie ebenso form- und stilsicher wie ein Solo zu einem puppenähnlichen Orchestermarsch; kongenial begleitet sie das ausdrucksstarke Orchester in den zahlreichen Nuancen des farbenreichen Werkes.

„Ich find’s einfach genial“, sagt die 16-jährige Schülerin Eileen Ditterle, die privat gerne Jazz, aber auch Klassik hört. Die Einheit, die Musik und Spieler bilden, fasziniert sie: „Diese Kunstfertigkeit, und wie die Körper der Musiker sich beim Spielen mit dem Rhythmus mitbewegen!“

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