Rettungskräfte probten in Herne den Ernstfall

Herner Feuerwehrleute proben in Herne den Ernstfall.
Herner Feuerwehrleute proben in Herne den Ernstfall.
Foto: FUNKE Foto Services
Feuerwehr, THW und DRK probten in Herne den Ernstfall: Am Steag-Kraftwerk läuft gefährliches Ammoniak aus.

Herne..  Rund 30 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Hilfsorganisationen sind am Freitagabend gegen 18 Uhr durchs Stadtgebiet gefahren.

Der Grund dafür: kein Katastrophenfall, sondern lediglich eine Übung. Die jedoch fand unter verblüffend realen Bedingungen statt.

Das Szenario: Ein Rohr ist undicht. Ammoniak tritt aus. Unmittelbar neben dem Leck gibt es zwei Verletzte. Die Chemikalie, die im Steag-Heizkraftwerk für die Rauchgasentschwefelung benutzt wird, wirkt zu Tränen reizend und erstickend. Die giftige Ammoniakwolke breitet sich aus, bis sie den nahe gelegenen Rhein-Herne-Kanal erreicht. Mehrere Spaziergänger und Radfahrer werden davon überrascht.

Nachdem ein Mitarbeiter das Unglück entdeckt und den Alarm ausgelöst hat, muss alles ganz schnell gehen. Die Werksfeuerwehr ist die erste am Unglücksort, birgt die Verletzten Personen und versorgt sie in Sicherheit und versorgt sie binnen weniger Minuten. Weitere Rettungskräfte werden angefordert. Schnell vor Ort: gut 30 Fahrzeuge aus allen neun Löschzügen im Stadtgebiet. „Alle neun Löschzüge decken die Aufgaben Löschen und Retten ab“, erklärt Wolfgang Hoppe, Mitglied der Steuerungsgruppe für die Übung am Freitag. Zusätzlich übernehme jeder Zug auch eine Sonderaufgabe. Eickel sei zum Beispiel für Information und Kommunikation zuständig, also auch die Koordination mit der Einsatzleitung. Das Technische Hilfswerk (THW) sorge für Licht, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auch für die medizinische Versorgung.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Gesamtübungsablauf“, resümierte Hoppe am Freitagabend gegen Ende der Übung. Alle Kräfte würden hervorragend miteinander funktionieren, jeder würde mit seiner Einzelkompetenz für eine gute Rettung sorgen.

Konkret bedeutete das in der Übung: Jene Personen, die Ammoniak eingeatmet haben, müssen geborgen und medizinisch versorgt werden. Sie und die Einsatzkräfte, die das Leck geflickt haben, gilt es anschließend durch die so genannte Dekontamination zu schleusen, also u.a. in einer Art aufblasbaren Waschstraße ihre Kleidung zu reinigen und zu entfernen.

Verstärkung im Ernstfall

Während der Übung wurde die Grundversorgung an den Wachen aufrecht gehalten. Im Ernstfall, erklärte Hoppe, würden alle Einsatzkräfte ausrücken und gegebenenfalls Verstärkung aus den Nachbarstädten angefordert. Die interkommunale Zusammenarbeit funktioniere genauso gut wie die innerhalb der Stadt.

 
 

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