Rätselraten um Blitz-Rausschmiss des Schwing-Geschäftsführers in Herne

Thomas Ostermann hatte im WAZ-Interview optimistisch in die Zukunft geschaut. Zu Wochenbeginn wurde er gefeuert.
Thomas Ostermann hatte im WAZ-Interview optimistisch in die Zukunft geschaut. Zu Wochenbeginn wurde er gefeuert.
Foto: WAZ FotoPool
Thomas Ostermann, erst seit September Geschäftsführer des Cranger Betonpumpenherstellers Schwing in Herne, ist zu Wochenbeginn offenbar mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden. Eine offizielle Begründung gab es nicht, die Gründe für den Rausschmiss liegen völlig im Dunkeln.

Herne.. Erst am vergangenen Samstag hatte Thomas Ostermann, neuer Geschäftsführer beim Cranger Betonpumpenhersteller Schwing, im WAZ-Interview Auskunft über die aktuelle Situation im Unternehmen gegeben, gestern erreichte die Redaktion die völlig überraschende Nachricht: Ostermann ist Anfang der Woche von seinen Aufgaben entbunden worden. Offenbar mit sofortiger Wirkung.

Eine Bestätigung von offizieller Seite gab es gestern bis zum Redaktionsschluss zunächst nicht, doch die Informationen aus Unternehmenskreisen decken sich: Ostermann ist gefeuert worden.

Einzig IG-Metall-Chefin Eva Maria Kerkemeier äußerte sich: „Ich war völlig überrascht und schockiert, als ich diese Nachricht erhalten habe“, sagte Kerkemeier im Gespräch mit der Redaktion. Sie könne sich nicht vorstellen, warum Ostermann entlassen wurde, so ein Vorgehen sei nicht normal. Kerkemeier habe Ostermann als einen Geschäftsführer wahrgenommen, der etwas verändern und der handeln wolle. Er habe die Kommunikation gesucht und sei auf die Belegschaft zugegangen. Darüber hinaus war Ostermann ständig bei den wichtigen Messen vertreten, „um nahe bei seinen Kunden zu sein“, wie er in einem früheren Gespräch mit der WAZ-Redaktion einmal gesagt hatte.

Keinerlei Hinweis auf Zerwürfnis

All dies deckt sich mit den Informationen aus Unternehmenskreisen. Offenbar war Ostermann - der gestern für ein persönliches Statement nicht zur Verfügung stand - bei den Mitarbeitern als Chef akzeptiert gewesen, mit dem man sprechen konnte, der ein Ohr fürs sie hatte Nach dem Rausschmiss herrscht offenbar große Verunsicherung in der Belegschaft, da die Gründe völlig im Dunkeln liegen. Ostermann hatte die Geschäfte bei Schwing erst im September vergangenen Jahres übernommen. Er hatte zuvor ein Projekt geleitet, um nach der Übernahme durch den chinesischen Baukonzern XCMG die Zusammenarbeit zu organisieren.

Ob und warum die chinesischen Mehrheitsgesellschafter mit Ostermanns Unternehmensführung unzufrieden waren, darüber lässt sich nur spekulieren. Im WAZ-Interview hatte Ostermann betont, dass die unternehmerischen Entscheidungen selbstständig in Crange getroffen würden und XCMG an einer werthaltigen Entwicklung von Schwing interessiert sei. Darüber hinaus würden sich Umsatz und Ergebnis positiv entwickeln. Im Interview hatte nichts darauf hingedeutet, dass es ein Zerwürfnis mit den Gesellschaftern gibt.

 
 

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