Radeln für den guten Zweck

Beim 6. Benefiz-Radel-Event für das Herner Lukas-Hospiz begrüßt Hospizleiterin Anneli Wallbaum den Mondritter Hotte Schröder.
Beim 6. Benefiz-Radel-Event für das Herner Lukas-Hospiz begrüßt Hospizleiterin Anneli Wallbaum den Mondritter Hotte Schröder.
Foto: WAZ FotoPool
Am Samstag stiegen in und rund um Herne 653 Radfahrer für das Lukas-Hospiz in die Pedale. Pro gefahrenem Kilometer spenden Sponsoren einen Euro. Insgesamt kamen 36 411 Euro zusammen

Herne..  Vor dem Lukas-Hospiz stehen unzählige Fahrräder. Auch einige Schritte weiter, auf dem Weg in den Garten des Hospizes, stehen sie in Reih und Glied. Manche von ihnen sind mit Kindersitzen ausgestattet, an anderen baumelt ein Fahrradhelm am Lenker.

653 Fahrradfahrer sind am Samstag für das Lukas-Hospiz unterwegs und erstrampeln für jeden gefahrenen Kilometer einen Euro. Für die so zustande gekommene Summe von 36 411 Euro kommt ein fester Sponsorenkreis auf. Hinzu kommen weitere Kilometer, die unter anderem noch von einer Gruppe sechs Herner Zahnärzte in Kürze in den Alpen erradelt wird. Zum bereits sechsten Mal, seit 2008, findet die Spendenaktion statt. „2008 sind insgesamt 24 000 Kilometer zusammengekommen. Im letzten Jahr waren es schon etwa 37 000 Kilometer“, freut sich Annelie Wallbaum, Leiterin des Lukas-Hospiz, über den stetigen Zuwachs. Schließlich muss ein Hospiz 10 Prozent seiner Kosten aus eigenen Mitteln finanzieren, da ist die Spendenabhängigkeit groß.

Unterschiedlich lange Touren

Auch in diesem Jahr ist bei der Spendenaktion allerhand los. Dabei können die Radfahrer zwischen drei unterschiedlich langen Tourenvorschlägen wählen oder ganz individuell einige Kilometer erfahren. „Die Veranstaltung haut mich immer wieder um. Man sieht, dass die Herner was für die Einrichtung tun“, sagt Wallbaum begeistert. Neben vielen privaten Radlern sind auch einige Vereinsradler am Samstag auf Hernes Straßen unterwegs. „Heute gehen 68 Vereinsfahrer an den Start, darunter Fahrer der Radsportgemeinschaft Herne, vom DLRG oder der Jugendfeuerwehr“, weiß Helge Kondring, der sich für die Organisation verantwortlich zeigt.

Viele der Radfahrer kennen die Aktion aus den letzten Jahren und treten regelmäßig für den guten Zweck in die Pedale. Rudi Wittke ist in diesem Jahr das zweite Mal dabei und hat einen ganz persönlichen Beweggrund, sich für das Lukas-Hospiz zu engagieren: „Eine nahe Verwandte wurde hier in ihren letzten Stunden begleitet. Durch die Aktion wollen wir in Erinnerung rufen, was getan wurde und hier auch weiterhin getan wird“, sagt Wittke, der gemeinsam mit seinem Bruder, seinem Neffen und Freunden an diesem Tag bis nach Henrichenburg fuhr. „Es ist toll, dass es so eine Einrichtung gibt, und dazu wollen wir auch einen Beitrag leisten“, ergänzt er. Nach und nach trudeln die Radfahrer am Lukas-Hospiz ein. Im Hospizgarten werden sie mit einem kleinen Sommerfest empfangen. Bei bedecktem Himmel und frischen Temperaturen mag zwar keine rechte Sommerstimmung aufkommen, doch der Kuchen und die Bratwurst schmecken den von ihren Radtouren zurückgekehrten Gästen trotzdem.

Während im Hospizgarten ein Drehorgelspieler Reinhard Meys „Über den Wolken“ spielt, kommen schon die nächsten Radfahrer von ihrer Tour zurück. Zur Begrüßung lassen sie die Fahrradklingeln läuten, bevor sie ihre Räder in die Gruppe der bereits abgestellten Fahrräder einreihen.

EURE FAVORITEN