Projekt soll Wanne-Süd nach vorne bringen

Nicht nur hier besteht Handlungsbedarf: die Schrottimmobilien an der Dürerstraße in Wanne-Süd.
Nicht nur hier besteht Handlungsbedarf: die Schrottimmobilien an der Dürerstraße in Wanne-Süd.
Foto: FUNKE Foto Services
Vor dem Stadtumbau-Programm ab 2017 will ein Institut in Wanne-Nord ein Projekt für Nachhaltigkeit starten. Bürger sollen Ideen einbringen.

Herne.  Wanne-Süd soll attraktiver werden. Möglich machen soll das ab 2017 ein mehrjähriges Stadtumbau-Programm (die WAZ berichtete). Vorgeschaltet wird nun ein Projekt, das die Verschönerung des Stadtteils anstoßen und bereits erste Ergebnisse liefern soll. „Wir wollen die Gemeinschaft im Quartier stärken und die Umwelt schonen“, sagt Judith Kuhn zur WAZ.

Die Sozialwissenschaftlerin arbeitet beim Institut für Kirche und Gesellschaft (Schwerte), das bei dem Projekt federführend ist. Beteiligt ist außerdem die Stadt und die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21. Im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung stellte sie die Pläne des Instituts am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit vor. Unter dem Thema „Nachhaltigkeit nimmt Quartier“ sollen demnach die Lebensbedingungen in Wanne-Süd durch einen größeren Fokus auf die Umwelt, mehr soziale Gerechtigkeit sowie eine stärkere Einbindung der Bürger verbessert werden, so Kuhn.

Was das konkret heißt, sollen nicht zuletzt die Bewohner selber entscheiden. In den kommenden Monaten sollen sie ins Boot geholt werden und zunächst Ideen liefern, die dann in einer Zukunftswerkstatt besprochen und schließlich durch Workshops in ein Programm einfließen sollen. Im ersten Schritt, sagt Instituts-Mitarbeiterin Kuhn, würden die Bewohner des Quartiers (siehe Karte) angeschrieben und informiert. Kontakte mit möglichen Akteuren – darunter unter anderem Vereine, Schulen, Kitas oder Kirchen – seien bereits aufgenommen worden.

Mittagstisch und Repair-Café

Denkbar seien in dem Projekt Themenfelder wie „Ernährung und Konsum“, „Mobilität“, „Flächen“ oder „Energieeffizienz“, erklärt die Sozialwissenschaftlerin. So könnte am Ende etwa der Aufbau einer Fahrradwerkstatt herauskommen genauso wie der eines Repair-Cafés für defekte Konsumgüter oder eines kostenlosen Mittagstisches oder der von Gemeinschaftsgärten. „Der Beteiligungsprozess“, betont sie, „steht im Vordergrund“.

Stadtbaurat Karlheinz Friedrich zeigte sich im Planungsausschuss „stolz, dass wir als eine der Modellkommunen ausgesucht wurden“. Hintergrund: Zwei weitere Städte sind dabei, unter anderem Bochum, zur Verfügung stehen insgesamt 750 000 Euro an Zuschüssen. Die Politik lobte im Ausschuss die Pläne des Instituts für Kirche und Gesellschaft. Einzige Kritik: Das geplante Quartiersgebiet sei nicht deckungsgleich mit dem des geplanten Stadtumbaugebiets. Hier wollen die Akteure schauen, ob mehr Übereinstimmung erzielt werden kann.

Apropos Stadterneuerungsprogramm. Thomas Semmelmann, Agenda 21-Mann bei der Stadt, setzt darauf, dass durch das vorgeschaltete Projekt „Strukturen übergeben werden können“. So sei es gut, dass beide Projekte ein Jahr lang parallel liefen. Nicht zuletzt hofft er, dass Ergebnisse des Quartier-Projekts auch in anderen Teilen Hernes aufgebaut werden können, sagte er zur WAZ.

 
 

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