Professor Thorsten Jungmann berät bundesweit Hochschulen

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Jungmann berät Hochschulen in ganz Deutschland dabei, ihr Wissensvermittlung in den technischen Fächern zu verbessern.
Prof. Dr.-Ing. Thorsten Jungmann berät Hochschulen in ganz Deutschland dabei, ihr Wissensvermittlung in den technischen Fächern zu verbessern.
Foto: Frank Oppitz
Der Wanne-Eickeler Professor Thorsten Jungmann berät bundesweit Hochschulen. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Wissensvermittlung.

Herne..  Es blühen in Herne seit einiger Zeit zarte Hochschul- und Wissenschaftspflänzchen: der Talent-Kolleg Ruhr, das Team um Professor Thomas Happe, das in Herne ein Institut für Forschung mit Algen etablieren will. Dass ausgerechnet das tiefste Röhlinghausen bereits ein Wissenschaftsstandort ist, dürfte wohl nur den wenigsten bekannt sein. Das Jungmann-Institut hat dort seinen Sitz.

Gründer und Namensgeber ist Professor Dr.-Ing. Thorsten Jungmann. Als Leitspruch gilt für den Wanne-Eickeler „Besser lehren. Besser lernen.“ Der 38-Jährige berät und unterstützt mehr als 30 Hochschulen in ganz Deutschland dabei, deren Wissensvermittlung - hauptsächlich in den technischen Fächern - zu verbessern. Jungmann ist selbst Hochschullehrer und weiß: „Gute Ingenieure sind nicht automatisch auch gute Lehrer.“

Dass Jungmann dies versucht zu ändern, erklärt sich beim Blick auf seinen Werdegang. So ist er nicht nur promovierter Ingenieur, sondern ist auch Experte für Didaktik. In seiner Doktorarbeit entwickelte er ein Modell für Forschendes Lernen in den Ingenieurwissenschaften. Anschließend gründete er die Forschungsgruppe Ingenieurdidaktik an der Technischen Universität Dortmund.

Zahl der Studienabbrecher senken

Das mag theoretisch klingen, doch eine gute Wissensvermittlung und eine detaillierte Formulierung der Ziele eines ganzen Studiengangs können in der Realität erhebliche Auswirkungen haben. Der Grund: Geht die Lehre an den Studierenden vorbei, steigt die Zahl der Abbrecher. Und nur Hochschulen, die ihre Studiengänge und deren Ziele klar und nachvollziehbar darstellen, bekommen die richtigen Studenten. Täten sie das nicht, sei das so, als ob eine Firma zu ihrem Produkt keine Bedienungsanleitung liefert.

Doch so eine „Bedienungsanleitung“ ist in Zeiten des nahenden Fachkräftemangels - gerade im technischen Beruf - wichtig. Denn nach dem Abschluss des Studium stelle sich die Frage, was die Absolventen können und nicht, was sie wissen.

Seit knapp zwei Jahren bietet Jungmann seine Beratung an. „Der Bedarf ist immens“, hat er im Laufe dieser Zeit festgestellt. Er könne an den richtigen Stellen den Finger in die Wunden legen, weil er als Professor und Ingenieur seinen Gesprächspartnern auf Augenhöhe begegne. Seine Beratung vergleicht er mit der Inspektion eines Autos: Man könne einen Wagen für die nächste TÜV-Prüfung fit machen oder aber „richtig auf Vordermann“ bringen, dass er lange seinen Wert behält.

Erste Kontakte in Herne

Mit seinem Team an freien Mitarbeitern bietet Jungmann Workshops, Weiterbildungen, Vorträge und Coachings an.

Doch Jungmann sieht Röhlinghausen nicht nur als Basis an, um von dort aus in der Republik zu agieren. Er richtet seinen Blick auf seine Heimatstadt. „Das was an Hochschulen funktioniert, kann in angepasster Weise auch an Schulen funktionieren“, ist Jungmann überzeugt.

Er wolle die MINT-Fächer auch in Herne stärken. Erste Kontakte habe er geknüpft. Mit diesem Ansatz wäre das Jungmann-Institut ein idealer Partner für das Netzwerk „Zukunft durch Innovation“, das erst vor wenigen Wochen eine Koordinierungsstelle in Herne gegründet hat.

 
 

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