Polizei und KOD haben Radfahrer im Blick

Ute Eickenbusch

Radfahrer und Fußgänger – zwei Welten, die nicht immer zusammenpassen. Gerade ältere Menschen fühlen sich gefährdet, wenn auf der Fußgängerzone unvermittelt ein Radfahrer auftaucht. „Die rasen wie die Wilden“, beklagte sich jetzt eine 80-jährige Anruferin am Lesertelefon über Radfahrer in der Herner Fußgängerzone. „Rechts, links und quer“ bahnten sie sich ihren Weg, „und wenn man etwas sagt, wird man noch beschimpft.“ Immer wieder begegneten ihr nachmittags Radfahrer, wenn die Durchfahrt über die Bahnhofstraße zwischen Vinckestraße und Kreuzkirche verboten ist, nämlich zwischen 10 und 19 Uhr. „Ich höre das Gleiche auch von anderen älteren Leuten“, sagt sie Leserin, die in Städten wie Bochum, Dortmund oder Essen das Phänomen noch nicht beobachtet hat.

Auf das Problem angesprochen, zeigt Polizeisprecher Volker Schütte Verständnis für die Beschwerde der Anruferin. „Gegenseitige Rücksichtnahme“ sei angezeigt. Die Streifenbeamten hätten das Problem im Blick und reagierten mit Verwarnungsgeldern in unterschiedlicher Höhe. Wer durch die Fußgängerzone fährt, kann mit mindestens 15 Euro rechnen. Behindert er dabei jemanden, steigt das Bußgeld auf 20 Euro, wird jemand gefährdet, sind es sogar 25 Euro. Gelegentlich führe die Polizei auch gezielt Aktionen durch, wie kürzlich in Witten zusammen mit der Ordnungsbehörde.

„Unfälle sind recht selten“, weiß Volker Schütte, der trotzdem an die Radfahrer appelliert, in der City abzusteigen. „Die Fußgängerzone ist für Fußgänger bestimmt.“

Auch der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt (KOD) wacht über die Fußgängerzone, sagt Stadtsprecher Horst Martens. Eine Statistik der Stadt belegt: Die Fälle nehmen zu. Vor zwei Jahren hatten 20 Radfahrer eine schriftliche Verwarnung, sprich ein „Knöllchen“ bekommen, und 156 waren mündlich verwarnt worden. Ein Jahr darauf waren es schon 56 schriftliche und 426 mündliche Verwarnungen. In diesem Jahr wurden bisher bereits 70 „Knöllchen geschrieben und 210 Radfahrer ermahnt.