Petticoat-Kleid bringt Rock’n’Roll ins Heimatmuseum

Petticoat-Kleid für neue Dauer-Ausstellung im Heimatmuseum Unser Fritz: Der Historische Verein Hün un Perdün stiftet dieses Kleid dem Emschertal-Museum. Andreas Janik (Historischer Verein), Dr. Oliver Doetzer-Berweger (Museumsleiter) und Birgit Sensen.
Petticoat-Kleid für neue Dauer-Ausstellung im Heimatmuseum Unser Fritz: Der Historische Verein Hün un Perdün stiftet dieses Kleid dem Emschertal-Museum. Andreas Janik (Historischer Verein), Dr. Oliver Doetzer-Berweger (Museumsleiter) und Birgit Sensen.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
„Hün und Perdün“ übergab dem Heimatmuseum in Wanne-Eickel ein original Petticoat-Kleid aus den 50er-Jahren.

Herne.  Da schwingt Rock’n’Roll mit: Ein original Petticoat-Kleid aus den 50er-Jahren, rot und weiß, zieht in das Heimatmuseum Wanne-Eickel ein. Ältere Besucher werden sich, wenn das Museum in Unser Fritz am Jahresende wiedereröffnet, an ihre Jugend erinnern, jüngere Besucher werden sich wundern, welch enge Taillen die Mädels gehabt haben, als sie zu Elvis Presley und Bill Haley die Hüften schwangen.

Zusammen mit einem Käfer-Kotflügel, einer alten Musikbox und einem Vespa-Roller komplettiert der Petticoat eine Ecke des Museums mit dem Thema 50er-/60er-Jahre. Andreas Janik, Vorsitzender des Heimatvereins „Hün und Perdün“, übergab das Kleid am Donnerstag an das Emschertalmuseum. Dessen Leiter Oliver Doetzer-Berweger freute sich: „Schön, dass Hün und Perdün uns so wohlgesonnen ist.“

Und wer trug das Kleidungsstück ursprünglich? Es war die Mutter von Birgit Sensen, die es Jahrzehnte lang in ihrem Kleiderschrank aufbewahrte und in den 80ern sogar selber trug: „Meine Mutter Christa hat es irgendwann zwischen 1956 und 1958 als 16-, 17-Jährige selbst genäht, sie hatte ein Händchen dafür“, erklärte die studierte Textilwissenschaftlerin bei der Übergabe im Stadtarchiv. Museumskurator Ralf Piorr nutzte die Gelegenheit, um für die Spende weiterer Kleidungsstücke und Gegenstände aus dem Alltagsleben vor allem der 60er- und 70er-Jahre zu werben: „Ein Plattenspieler aus der Zeit wäre zum Beispiel toll, es kann aber auch eine alte Platte sein wie ,Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben’.“

Das Museum, das auch ein altes Klassenzimmer beherbergen wird (die WAZ berichtete), solle vor allem Alltagskultur der 50er- bis 80-Jahre präsentieren. Wenn es eröffnet wird, dann soll auch die ehemalige Trägerin des flotten Petticoats dabei sein. Sie ist mittlerweile 75 Jahre alt und lebt in Essen. Selbst anziehen könnte sie es heute nicht mehr, wie ihre Tochter berichtete. Die Wespentaille ist – bedingt wohl auch durch die Wirtschaftswunderjahre – leider dem Wohlstand gewichen.

 
 

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