Pedelec ist heiß begehrt

Jennifer Kalischewski
Die Verbraucherzentrale stellte das elektrische Fahrrad Pedelec vor.
Die Verbraucherzentrale stellte das elektrische Fahrrad Pedelec vor.
Foto: Dietmar Wäsche

Herne. Im Fachbereich Umwelt kommt seit dem Sommer ein Pedelec zum Einsatz. Das Fahrrad mit Elektromotor ist im Rathaus heiß begehrt.

Im Moment steht es in der Garage. Bei widrigen Wetterbedingungen, bei Schnee und Eis, wird es nicht benutzt. Trotzdem: Gerd Werner, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, sieht die Anschaffung des Pedelecs als vollen Erfolg. Das Elektrofahrrad, das hybrid, also kombiniert mit Muskelkraft und Elektromotor angetrieben wird, hatte der Fachbereich Umwelt im Sommer als klimaschonende Variante zum Pkw gekauft. „Wir wollten mit unserem Team mal ausprobieren, wie so was funktioniert.“

Mit seinem Pilotprojekt habe der Fachbereich eine Vorreiterrolle übernommen. Seien die vier normalen Fahrräder, die den 35 Mitarbeitern des Fachbereichs zur Verfügung standen, so gut wie gar nicht genutzt worden, so erfreute sich das neuartige Pedelec großer Beliebtheit. Werner: „Wir sind total begeistert. Wir haben festgestellt, dass das Pedelec hier super angenommen wird.“ „Manch’ ein Kollege ist nie mit dem Fahrrad gefahren, aber nutzt das Pedelec. So wird ein ganz neuer Nutzerkreis erschlossen“, ergänzt Thomas Semmelmann, ebenfalls im Fachbereich Umwelt tätig.

Werner ist überzeugt, dass sein Fachbereich mit der Anschaffung des Pedelecs eine Signalwirkung freigesetzt habe. „Der Fachbereich Tiefbau wollte sich schon 2010 auch eins zulegen“, sagt er. Die Haushaltslage habe dies jedoch nicht zugelassen. Der Kauf sei auf 2011 verschoben worden. Auch der Fachbereich Stadtgrün denke über Pedelecs für seine Mitarbeiter nach, im Rathaus sei ein kleiner Fuhrpark im Gespräch. „Wenn wir das schon erreicht haben, können wir durchaus zufrieden sein.“

„Der wichtigste Aspekt am Pedelec ist für uns das Thema Umweltschutz“, betont er. Aber auch andere Vorteile fallen dem Fachbereichsleiter ein. Sein Interesse an Faktoren der Wirtschaftlichkeit sei zwar nicht besonders groß, dennoch stellt er heraus: „Eine Dienstfahrt mit dem Privatauto kostet pro Kilometer 27 Cent.“ Dennoch rentiere sich die Nutzung des Pedelecs erst auf lange Sicht. „Herauszustellen ist auch der Gesundheitsaspekt“, so Werner, „weil man sich bewegt.“ Obendrein sei man schneller unterwegs als mit dem Auto, aber weniger gehetzt und verschwitzt als bei einem herkömmlichen Rad.

Streit, wer das Pedelec wann benutzen darf, gab es im Fachbereich Umwelt bislang nicht. „Nicht alle 35 Mitarbeiter sind ja im Außendienst tätig“, beruhigt Werner. Online ist ein Nutzungsplan zugänglich, in den man sich als Mitarbeiter eintragen und das Pedelec buchen kann. „Man kann sich ja seine Termine so legen, dass man sich nicht in die Quere kommt“, erwartet der Fachbereichsleiter. Ob noch ein zweites Elektro-Rad angeschafft werden soll, weiß er noch nicht. „Wir freuen uns erst mal, dass auch andere Fachbereiche nachziehen wollen.“