Patientin lehnt 1,5 Millionen Euro Schmerzensgeld ab

Ort der tragische Operation: das Marienhospital Herne.
Ort der tragische Operation: das Marienhospital Herne.
Foto: WAZ FotoPool
Die griechische Patientin, die nach einer Operation im Herner Marienhospital ins Koma gefallen war und seitdem ein Pflegefall ist, hat ein Schmerzensgeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro für eine gütliche Einigung abgelehnt. Ihre Anwältin verlangt unter anderem eine monatliche Zahlung von 10 000 Euro.

Herne.. Die griechische Patientin, die nach einer Operation im Herner Marienhospital ins Koma gefallen war und seitdem ein Pflegefall ist, hat ein Schmerzensgeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro für eine gütliche Einigung abgelehnt.

Karoline Seibt, die Anwältin der Klägerin, sagte auf Anfrage der WAZ, dass sie am 2. Dezember das Gericht über die Ablehnung informiert und gleichzeitig ein Angebot unterbreitet habe. Inhalt des Angebots: eine Einmalzahlung in Höhe von 750 000 Euro und anschließend eine monatliche Zahlung in Höhe von 10 000 Euro bis zum Lebensende. Das Angebot sei allerdings bis zum 10. Dezember befristet, so Seibt. Bei einer Ablehnung werde das Verfahren vor dem Oberlandesgericht weitergeführt. Seibt zeigte sich in Hinblick auf die Erfolgsaussichten vor Gericht sehr zuversichtlich.

Das eigene Angebot bezeichnete Seibt als „fair“. Die Summe von 10 000 Euro solle netto gezahlt und regelmäßig an die Teuerungsraten angepasst werden.

Angebot des Marienhospitals sei „nicht diskussionswürdig“

Nach Seibts Berechnungen komme man mit den vom Marienhospital angebotenen 1,5 Millionen Euro nicht weit. Das Angebot sei „nicht diskussionswürdig“. Ihre Mandantin wolle lebenslang abgesichert sein.

Die Griechin hatte sich 2004 im Marienhospital einer Routine-Operation an der Schilddrüse unterzogen. Im Zuge der OP kam es zu Nachblutungen, die – so die Anklage – nicht rechtzeitig erkannt wurden. Die Folge: Die Frau fiel ins Koma, ist seitdem ein Pflegefall. Vom Bochumer Landgericht bekam die heute 41-Jährige 2012 eine Rekord-Entschädigung zugesprochen: knapp 300 000 Euro Schmerzensgeld, dazu 130 000 Euro für materielle Schäden wie Verdienstausfall, zusätzlich Zahlungen von knapp 16 000 Euro pro Monat bis zum Lebensende – rückwirkend ab 2010. Dagegen hatten das Krankenhaus, das zum Universitätsklinikum Bochum gehört, und die beklagten Ärzte Berufung eingelegt.

 
 

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