Party an der historischen Gaststube

1775 in Gladbeck gebaut und seit 1839 an der Dorstener Straße: die Gaststube „Zum alten Fritz“. Am Sonntag, dem „Tag des offenen Denkmals“, stieg dort eine Party. Foto: Winfried Labus
1775 in Gladbeck gebaut und seit 1839 an der Dorstener Straße: die Gaststube „Zum alten Fritz“. Am Sonntag, dem „Tag des offenen Denkmals“, stieg dort eine Party. Foto: Winfried Labus
Foto: Winfried Labus / WAZ FotoPool

Wanne-Eickel.. Die Gaststube „Zum alten Fritz“ beherbergte im 18. und 19. Jahrhundert Fuhrleute auf dem Kohlenweg. Am Sonntag war sie Veranstaltungsort beim „Tag des offenen Denkmals“.

„Denn das gibt’s nur in Wanne-Eickel“: Mit den Worten, die er beim Soundcheck morgens um 11 Uhr ins Mikrofon singt, lässt Partyrocker „Graf“ Hotte Schröder die Fachwerkwände erzittern – und hat wahrscheinlich Recht. Denn wer im Gasthaus „Zum alten Fritz“ am Tag des offenen Denkmals romantisches Schwelgen in Erinnerungen an alte Tage vermutet, der täuscht sich.

Zwar öffnete das Gasthaus am Sonntag seine Türen, und die Besucher konnten einen Blick in die verwinkelten Räume der urigen Gaststube werfen. Mit Erbsensuppe oder Kaffee und Kuchen, Modenschau, Glücksrad und Hotte-Konzert wurde aber auch ein Fest gefeiert.

Das so genannte Querdeelen-Fachwerkhaus steht „erst“ seit 1839 an der Dorstener Straße, die damals noch der Gahlensche Kohlenweg hieß. Die Giebelinschrift verrät, dass das Gasthaus „Zum alten Fritz“ bereits 1775 gebaut wurde. Aus Gladbeck kam es erst später an seinen jetzigen Standort. Eigentümerin Sabine Krekeler zeigt auf die sichtbaren Balken im Eingangsbereich. Deutlich sind hier ins Holz geritzte römische Zahlen zu erkennen. „Die zeigen, welche Balken nach dem Umzug wie wieder zusammengebaut werden mussten“, erklärt sie.

Unter Denkmalschutz steht heute der unter dem Satteldach zusammengefasste Hauptbau. „Eigentlich ist das Haus so in seinem ursprünglichen Zustand“, sagt sie. Nur bei der Kegelbahn handle es sich um einen Anbau, der erst später hinzu kam. Wann genau, weiß Sabine Krekeler jedoch nicht. Und renoviert habe man natürlich auch. Im kommenden Frühjahr soll die südliche Fassade einen neuen Anstrich erhalten. „Aber an sich darf man nichts verändern. Das geht ja auch gar nicht“, so die Wirtin, „das sind ja tragende Wände.“

Gemeinsam mit ihrem Mann Renée bemüht sie sich, das historische Ambiente zu erhalten. „Das haben wir alles selber gebaut“, betont Krekeler und deutet auf massive, gezimmerte Tische im Bereich des alten Weinkellers. „Alles ist extra auf alt gemacht.“ Ein antiker Ofen, ein schmiedeeisernes Waffeleisen, ein Schleifstein und eine alte Nähmaschine – als Dekoration dienen Gegenstände, die auch in einem Museum stehen könnten.

Die ersten Gäste schlendern durch die Gaststube. Ein bisschen ist es trotz Party eine Reise in die Vergangenheit.

 
 

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