Oldtimer-Parade in Herne sorgte für Begeisterung

Man sieht: Auch früher gab es auch schon Cabrios. Gut, dass es während der Kirmes-Oldtimer-Parade in Herne nicht regnete.
Man sieht: Auch früher gab es auch schon Cabrios. Gut, dass es während der Kirmes-Oldtimer-Parade in Herne nicht regnete.
Foto: Ralph Bodemer
  • Am Samstag stieg in Herne rund um die Cranger Kirmes die große Oldtimer-Parade
  • 64 alte Schausteller-Schätzchen beteiligten sich
  • Zuschauer hatten am Treffpunkt Zeit für einen Plausch mit den Besitzern

Herne..  „Echte Männer fahren Hanomag“: Lautes Brummen, blank polierte Motorhauben und stolze Gesichter – beim dritten Oldtimer-Treffen der Schausteller hat in Crange großer Andrang geherrscht. Die Veranstaltung hat sich inzwischen herumgesprochen, 64 Oldtimer-Liebhaber machten sich am Samstag mit ihren alten Schätzchen, die in den letzten Jahrzehnten in Sachen Kirmes unterwegs waren, von der Kirmes aus auf eine Rundreise durch die Stadt.

Dabei waren hauptsächlich Schausteller-Zugmaschinen am Start, denn solche Gefährte dienten den Schaustellern früher zum Transport von Raupe, Karussell und Co. Von weit angereist auf einem alten Volvo-Traktor, Baujahr 1962, waren etwa Heinrich und Barbara Diesen aus dem Emsland. „Wir haben sieben Stunden gebraucht, aber das war uns die Sache wert. Wir haben schon viel von der Parade gehört und sind heute zum ersten Mal dabei und hier in Crange. Es ist einfach eine ganz toll Atmosphäre, und natürlich gehen wir auch auf den Rummel, bevor wir wieder nach Hause fahren“, so das Fazit der beiden.

Aus dem niedersächsischen Rinteln kam die Schaustellerfamilie Klaasen angereist – und hatte ein besonderes Exemplar dabei: Einen Hanomag R40 in Miniaturform. „Den haben wir im Maßstab 1:25 bis ins kleinste Detail nachgebaut, der ist für meinen Enkel Sammy“, berichtete der stolze Opa Ralf Klaasen. Aus Sicherheitsgründen saß aber Papa Marlon während der Parade am Steuer und der Sohnemann neben ihm.

Fachsimpeln am Straßenrand

Interessierte Blicke von Zuschauern erhielt auch Herman Smees aus den Niederlanden. Vor seiner DAF blieben viele ältere Herren am Treffpunkt stehen und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr hinaus. Dreieinhalb Jahre brauchte Smees nach eigenen Angaben für die Restauration der Zugmaschine, die früher als Busauflieger diente und die Philips-Arbeiter im niederländischen Eindhoven zur Fabrik brachte.

Der gelernte Automechaniker hatte viele Vorher-Nach-Bilder dabei und fachsimpelte vor der Abfahrt mit den Besuchern, die sofort ihre Scherze machten: „Du warst aber nicht verheiratet, oder?“ Lachend bestätigte der Kirmes-Oldtimer-Fan die Frage: „Ja, solch ein Hobby raubt extrem viel Zeit, macht aber auch richtig Spaß.“ Auch er nahm zum ersten Mal an der Parade teil.

Mit von der Partie waren natürlich auch die Treckerfreunde Wanne-Eickel. „Alterspräsident“ Klaus Gerken saß auf einem frisch geputzten Allgaier und erzählte die Geschichte, wie seine Frau und sein Sohn beim Gassi gehen einen Deutz-Trecker auf einem Garagendach entdeckten und ihn dem Besitzer für 500 Euro abkauften. Und Friedrich Raderbacher aus Nordkirchen präsentierte stolz seinen gelben Pritschen-Lkw der Firma Kaelble, Baujahr 1962: „Der hat drei Reihenhäuser gekostet. Davon wurden damals nur 45 Stück gebaut.“

Pfarrer segnete die Fahrzeuge

Pfarrer Sascha Ellinghaus segnete jedes einzelne Fahrzeug. Der Katholische Circus- und Schaustellerseelsorger lobte die wohl behüteten und gepflegten Kirmes-Oldtimer und wünschte allen eine glückliche Heimkehr.

Veranstalter Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schausteller-Verbandes, war zufrieden mit der von ihm organisierten Parade. „Mein Glückwunsch an euch alle. Es ist toll, was ihr hier auf die Beine gestellt habt.“ Im kommenden Jahr könnte die Parade eine Stunde später starten, überlegt er.

 
 

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