Ökogarten an der Industriestraße feiert Jubiläum

Ein glückliches Kind im Ökogarten der Tierschutzjugend auf dem Obstbaum.
Ein glückliches Kind im Ökogarten der Tierschutzjugend auf dem Obstbaum.
Eine Naturoase im Grünen gibt es dank der Tierschutzjugend seit nunmehr 25 Jahren in Horsthausen. Dank der vielen Obstbäume und den Blumenwiesen stirbt die Tier- und Pflanzenvielfalt vor Ort nicht aus

Herne..  Von wegen es gibt kein Grün in unserem schönen Ruhrpott. Selbst an Orten, die mit Namen wie „Industriestraße“ zunächst abschreckend für Naturfreunde daherkommen mögen, ist ganz klar das Gegenteil der Fall. Es gibt ein kleines Paradies für Vögel, Insekten, Amphibien. Sogar grasende Schafe finden ihren Lebensraum in Horsthausen – zwischen den Obstbäumen, den Blumenwiesen, hier im Ökogarten der Herner Tierschutzjugend. Diese Naturoase mit ihren 3348 Quadratmetern feiert am Samstag 25. Geburtstag.

Mehr als ein Vierteljahrhundert ist es nun her, dass Frank Freisewinkel der Tierschutzjugend Herne (HTJ) beitrat. Rasch war für ihn klar: „Ich wollte Kindern und Jugendlichen das Thema Natur nicht anhand von Lehrbüchern nahe bringen, sondern direkt an der Basis.“ Diese musste allerdings zunächst einmal geschaffen werden. So pachtete die Herner Tierschutzjugend vor nunmehr 25 Jahren die Grünfläche an der Industriestraße vom Regionalverband Ruhrgebiet.

Anders als im Gartencenter

Rasch folgte die Umgestaltung: Eine ehemalige Pferdeweide wich zugunsten von Streuobst- und Blumenwiesen. Ein Feuchtbiotop kam hinzu. Die meisten, die damals mithalfen, sind längst Erwachsen. Eine Menge hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. „Heute haben die Kinder meist leider keinen Bezug mehr zur Natur“, bedauert Freisewinkel. Sei es, weil die Eltern keinen Garten haben, sei es, „weil die meisten nur noch die klassische Gestaltung aus dem Gartencenter kennen“. Will heißen: Optisch sähen Gärten zwar oft toll aus, für den Lebensraum der Tiere aber täten nicht selten sehr exotische Pflanzen nichts. „Dabei können allein auf einem Obstbaum bis zu 3500 Tierarten ihren Lebensraum finden“, betont der Naturfreund. „Genau deshalb möchte ich mit kleinen Maßnahmen viel für den Tierschutz erreichen.“ Immerhin seien mehr als 80 Prozent der Insekten sowie 75 Prozent der Singvögel vom Aussterben bedroht. Wie paradiesisch die Zustände für Tier- und Pflanzenwelt im Ökogarten an der Industriestraße sind, das können Kinder jede Woche in Seminaren, geleitet vom Vorsitzenden selbst, erfahren.

Dafür schaut Frank Freisewinkel aus dem Münsterland vorbei. „Ich wohne zwar seit 19 Jahren nicht mehr in Herne, aber für den Ökogarten komme ich gerne in meine alte Heimat.“ Dann können die Kinder und Jugendlichen bei ihm lernen, wie Obstschnitt funktioniert oder Vogelschutzhecken gestutzt werden. Dass der Apfelsaft nicht direkt aus der Tüte kommt, zeigt er den jungen Tierschützern jeden Herbst bei der Mosternte. Am Samstag aber wird ab 15.30 Uhr erst einmal gefeiert – natürlich im Öko-Garten.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel