Noch Ausbildungsplätze in der Malerbranche in Herne

Der 19-jährige Tobias Heupel (re.), Azubi im zweiten Lehrjahr bei der Firma Fischer in Herne, zusammen mit seinem Vorgesetzten Timo Fischer, Maler- und Lackierermeister.
Der 19-jährige Tobias Heupel (re.), Azubi im zweiten Lehrjahr bei der Firma Fischer in Herne, zusammen mit seinem Vorgesetzten Timo Fischer, Maler- und Lackierermeister.
Foto: Funke Foto Services
Tobias Heupel hat seine Entscheidung für den Beruf des Malers und Lackierers keinen Tag bedauert. Er erzählt gerne von seiner Ausbildung.

Herne..  Keinen Tag hat es Tobias Heupel (19) bedauert, eine Ausbildung zum Maler und Lackierer begonnen zu haben – obwohl er zunächst einen Metallberuf erlernen wollte. Durch Mundpropaganda hörte er dann aber von der Firma Fischer in Wanne-Eickel und bewarb sich. Nach einem kurzen Praktikum, das bei Fischer für Ausbildungsbewerber obligatorisch ist, konnte er sofort seinen Vertrag unterschreiben: „Es war tatsächlich die einzige Bewerbung, die ich überhaupt geschrieben habe“, freut er sich noch heute.

Inzwischen ist der junge Mann im zweiten Ausbildungsjahr, steht kurz vor dem dritten. Er schätzt vor allem die Vielfalt: „Wir arbeiten mal drinnen, mal draußen und machen nicht jeden Tag das gleiche.“ Seine Freude an der Arbeit vermittelt er so überzeugend, dass er demnächst neuen Azubis als Ansprechpartner zur Seite stehen wird. „Diese Aufgabe hat bis jetzt ein Geselle übernommen“, sagt Senior-Chef Jürgen Fischer. „Aber für die jungen Leute ist es einfacher, mit einem Gleichaltrigen zu sprechen.“

Unter den 20 Malern und Lackieren, die Fischer in seinem modernen Betrieb „Am Kattenbusch“ beschäftigt, sind sechs Auszubildende, das heißt, es könnten sechs Azubis sein. „Zwei haben leider abgebrochen“, so Jürgen Fischer. Was aber zur Folge hat, dass zum 1. August oder 1. September diese zwei Plätze neu vergeben werden können. „Es kommt immer wieder vor, dass junge Leute trotz des Praktikums nach Beginn der Ausbildung wieder aussteigen“, bedauert der Senior-Chef. Ein Phänomen, das Esther Sondermann und Svenja Ebbinghaus von der Agentur für Arbeit nicht fremd ist. „Das erleben wir in allen Branchen“, so Esther Sondermann. „Die Gründe dafür sind vielfältig.“ Die Agentur für Arbeit habe deshalb sowohl das Programm „Ausbildungsbegleitende Hilfen“ aufgelegt, bei dem Azubis kostenlose Unterstützung bekommen, wenn sie fachliche und schulische Probleme haben, als auch seit vergangenem Jahr die „Assistierte Ausbildung“, bei der die Agentur für Arbeit Jugendlichen hilft, die Schwierigkeiten mit Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und ähnlichem haben.

Der Malerbetrieb Fischer ist einer von 37 weiteren in Herne. Nicht nur dort werden Azubis gesucht, der Agentur für Arbeit liegen aus der Branche noch drei weitere zu besetzende Stellen vor. „Es lohnt sich also nachzufragen“, so Esther Sondermann. Zu den Voraussetzungen, die die Firma Fischer fordert, gehören ein guter Haupt- oder Realschulabschluss, gute Noten in Kunst, Werken und Mathematik, körperliche Fitness und Kreativität. Junge Frauen kann die Firma zurzeit nicht ausbilden: „Uns fehlen die Sozialräume“, bedauert Jürgen Fischer. „Das wollen wir aber ändern.“

Während der dreijährigen Ausbildung (Vergütung: 550 Euro im ersten, 750 Euro im letzten Ausbildungsjahr) lernen die Azubis alle Bereiche des Handwerks kennen. „Es geht uns nicht ums Baustelle fegen“, lacht Junior-Chef Timo Fischer. „Wir möchten gut ausgebildeten Nachwuchs.“ Der soll gute Übernahmeaussichten haben.

 
 

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