„Nils“ bleibt vorerst geöffnet

Foto: WAZ FotoPool
Die Szenekneipe „Nils“, die am Dienstagabend dicht machen sollte, bleibt vorerst geöffnet: Pächter und Unterpächter einigten sich in letzter Minute auf neue Gespräche.

Herne. Überraschende Wende am allerletzten Tag: Die Szenekneipe „Nils“ in Herne-Mitte, die am Dienstagabend nach zehn Jahren dicht machen sollte (die WAZ berichtete), bleibt nun doch geöffnet – mindestens für die kommenden beiden Monate.

Pächter Peter Kamp und Unterpächter Jens Willemsen haben sich in letzter Minute auf weitere Gespräche geeinigt. Zum Hintergrund: Peter Kamp ist Geschäftsführer der Caféhaus Verwaltungs GmbH und Pächter des Lokals an der Behrensstraße, das im Haus der Bäcker-Familie Sponheuer liegt. Zudem ist er vertraglich an die Brauerei Brinkhoff’s gebunden. Kamp verpachtete das Lokal an Jens Willemsen unter. Nun lief der Vertrag aus, Willemsen und Kamp verhandelten über neue Konditionen.

Ohne Ergebnis – so schien es zuletzt. Für Willemsen sah es so aus, als könne er die Kneipe nicht halten und verkündete das Nils-Aus für Ende März. „Kurz vor Toresschluss“, so der Nils-Betreiber zu WAZ, solle nun weiterverhandelt werden: Gegen einen Abschlag, berichtet er, sei Kamp möglicherweise zu einem Ausstieg aus dem Pachtvertrag bereit. So könnte er selbst einen Vertrag mit Hausbesitzer Sponheuer oder der Brauerei eingehen. „Es werden noch Gespräche zu führen sein, aber wir sind frohen Mutes, eine Einigung zu erzielen“, so Jens Willemsen. Am Liebsten sei ihm ein direkter Pachtvertrag mit den Hauseigentümern, da er mit Brauereien schlechte Erfahrungen gemacht habe. Sponheuers seien bereit: Man habe sich aneinander gewöhnt. Der erste Schritt für eine Zukunft des Nils sei somit getan: „Die zwei Monate wurden dingfest gemacht“. Nun seien Verhandlungsgespräche über Kamps Rückzug möglich.

Das „Nils“, sagt Pächter Kamp zur WAZ, hätte auch ohne Unterpächter Willemsen eine Zukunft. Von einer Schließung könne keine Rede sein. Wenn es keine Einigung mit Willemsen gebe, könne er sich auch vorstellen, es selbst weiter zu betreiben, „höchstens etwas renoviert“. Es habe aber viele Gespräche mit Jens Willemsen gegeben, nun will man sich aber noch einmal zusammengesetzen: „Wir sind auf einem guten Weg und ich bin mir sicher, dass das Nils noch viele Jahre bleibt“, so Kamp.

 
 

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