Neujahrskonzert mit Vampir und Fledermaus

Neujahrskonzert der Herner Symphoniker im Kulturzentrum: Passend  zur Ouvertüre zur Oper "Der Vampyr" zeigt Dirigent Elmar Witt Zähne.
Neujahrskonzert der Herner Symphoniker im Kulturzentrum: Passend zur Ouvertüre zur Oper "Der Vampyr" zeigt Dirigent Elmar Witt Zähne.
Foto: WAZ FotoPool
Die Herner Symphoniker unterhielten das Publikum im Kulturzentrum mit einemgut abgestimmten Programm. Christian Ribbe erwies sich erneut als launiger Moderator.

Herne..  Mit einem humorvollen Auftakt begann das Neujahrskonzert der Herner Symphoniker. Dirigent Elmar Witt hatte sich passend zu der Ouvertüre zur Oper „Der Vampyr“ einen Dracula-Umhang umgeschwungen. Auch ohne Kostüm war der Gruselfaktor bei dieser Orchestermusik deutlich zu spüren. Tiefe Streicher und Paukenwirbel schienen nichts Gutes zu verheißen. Spannung lag in der Luft. „Der Kampf um die Karten“, bei dem ebenfalls (auch ohne Vampire) laut Moderator Christian Ribbe Blut geflossen sein könnte, hatte sich bei diesem Konzert gelohnt.

Spannend bis gruselig

In dem gut abgestimmten Programm zog sich der spannende, teilweise gruselige Ausdruck in der Musik weiter durch. Unheimlich und wild kam Glucks „Tanz der Furien“ daher. Schuberts Ouvertüre zu „Die Zauberharfe“ bot dazu einen heiteren Gegenpol. „Beruhigend ist die Unterstützung der Herner Sparkasse“, resümierte Ribbe, und wies augenzwinkernd darauf hin, dass die gestapelten Kartons des Kreditinstituts sich nicht zum Dosenwerfen eigneten.

In Werken aus Griegs „Peer Gynt“-Suite wechselten sich träumende Ruhe („Morgenstimmung“) und ein bedrohlich furioser „Tanz in der Halle des Bergkönigs“ ab. Der schwelgende Streicherklang der ersteren – für Ribbe eine Werbung für eine „nordische Halbfett-Margarine“- wirkte träumerisch entrückt. In letzterem fand eine großartige Steigerung statt. Die Schlagzeuger leisteten eine effektvolle Arbeit. Einfach auf den Punkt genau.

Beschwingte Walzer

Mit leicht beschwingten Walzern schloss das Neujahrskonzert. Anstelle von Vampiren gab es hier Strauss‘ „Fledermaus“ zu hören. Und tatsächlich hat der Walzerkönig klangmalerisch das Flattern der Fledermaus dargestellt. Im 3/4-Takt kam die Charakteristik des Wiener Walzers sehr schön hervor. Großer Applaus!

Der „Delirien-Walzer“ gab ebenfalls seinem Motto musikalische Rechtfertigung – helle Holzbläser sorgten besonders für diesen Effekt. Der „Ägyptische Marsch“ führte dem Publikum eine orientalische Szenerie vor Augen. Bei Strauss‘ „Fata Morgana“ half der Moderator der Phantasie nach. Wer die Wüste nicht kenne, solle sich die „weiten Flächen des Borkumer Nordstrands vorstellen.“ Bei dieser „Fata Morgana“ stimmte das Timing – eine musikalische Erscheinung! Beschwingte „Sphärenklänge“ und ein „Banditen-Galopp“ hielten die zweite Konzerthälfte kurzweilig. Den stimmigen Rhythmus und wiegenden Walzer hatte Orchesterleiter Elmar Witt absolut in der Hand. Gut unterhalten durfte das Publikum den „Radetzky Marsch“ als Zugabe mitklatschen. Ein Konzert, das immer besser wurde.

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