Neue Fahrradspur in Herne sorgt für Skepsis

Die neue Fahrradspur auf der Bochumer Straße in Herne stößt WAZ-Leser Günter Leistner sauer auf. Sein Vorwurf: Der Schutzstreifen geht nicht bis zum Westring. Stadtsprecher Christian Matzko verteidigt die Lösung, nennt sie die weniger gefährliche.

Herne.  Die Fahrspur für Radfahrer auf der Bochumer Straße sorgt weiter für Gesprächsstoff. Wie berichtet sind nun nach zwei Monaten Wartezeit provisorische Markierungen auf den Asphalt aufgetragen worden. Die Positionierung dieser gestrichelten Linie bereitet Günter Leistner aus Herne-Süd Kopfzerbrechen: „Vor Ort fällt auf, dass der Angebotsstreifen für Radfahrer erst 80 Meter nach der Gräffstraße beginnt, wenn man stadtauswärts radelt.“ Das hält er für gefährlich. Aus Sicht der Stadt ist diese Variante jedoch die sicherste.

Das Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), das sich zuletzt immer wieder für einen Radweg auf der Bochumer Straße stark gemacht hat, fragt sich nun, was an dieser Situation fahrradfreundlich sein soll: „Fahrradfreundlich ist ein Schutzstreifen für Radler ab dem Westring.“ An der Ampel Gräffstraße – 150 Meter südlich der Kreuzung Westring/ Bochumer Straße – stellten sich die Autos zweispurig auf, und „Radfahrer, die bis dorthin auf der roten Abmarkierung des Gehweges gefahren sind, werden mit dem Schild ,Radweg Ende’ auf die Fahrbahn gezwungen.“ Das kritisiert er auch in einem Brief an SPD-Fraktionschef Frank Dudda: „Die nächsten 80 Meter bewegen sich Radler dann in einer Gefahrenzone, denn die Autofahrer merken plötzlich, dass eine Spur endet und wollen beim Einfädeln vorne sein. Da können Radler schnell übersehen werden.“

Stadtsprecher Christian Matzko verteidigt die Lösung als die weniger gefährliche. Weil der Verkehr vom Westring zweispurig in die Bochumer Straße geführt werde, habe man es dort bei zwei Spuren belassen, um die Situation nicht zu verschärfen: „Sonst hätte man in dem Bereich direkt eine Spur sperren müssen.“ Um den Verkehr in diesem Bereich gefahrlos und flüssig auf die Bochumer Straße zu leiten, habe man das erste Stück wie gehabt belassen. Anschließend müssen sich Autofahrer auf der rechten Spur links einfädeln, wenn die Radspur beginnt. „Die Verwaltung hat diese Variante – unter anderem in Absprache mit der Polizei – als die sicherste erachtet“, sagt Matzko und weist darauf hin, dass es noch eine endgültige politische Entscheidung geben werde.

Keine Unsicherheit

Vor Ort scheint die Markierung bei Radfahrern für keinerlei Unsicherheiten zu sorgen. So jedenfalls der Eindruck der WAZ bei einer Stichprobe: Drei von vier beobachteten Radlern fuhren an der Ampel Gräffstraße vom dort endenden Radweg direkt und ohne Komplikationen auf die rechte Spur der Bochumer Straße, eine Dame schob ab dort ihr Rad die 80 Meter über den Bürgersteig und stieg dann an der Stelle wieder auf, wo die Radfahrspur beginnt.

 
 

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