Namens-Pate für Herner Stadion macht Rückzieher

Mit einer großen PR-Aktion stellten Hernes Oberbürgermeister Horst Schiereck, Westfalia-Präsident Horst Hanecke und Vereinsmanager Ingo Finkenstein am vergangenen Sonntag den Gewinner der Verlosung vor. Nur der will jetzt auf einmal nicht mehr. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Mit einer großen PR-Aktion stellten Hernes Oberbürgermeister Horst Schiereck, Westfalia-Präsident Horst Hanecke und Vereinsmanager Ingo Finkenstein am vergangenen Sonntag den Gewinner der Verlosung vor. Nur der will jetzt auf einmal nicht mehr. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Herne. Der Gewinner, der dem Stadion von Westfalia Herne einen neuen Namen geben sollte, gibt sein Los zurück. Jetzt will der Verein mit dem Namen noch einmal Geld machen und ein Sponsor soll die Namens-Rechte kaufen. Teilnehmer der Verlosung wittern Betrug.

Der PR-Coup entwickelt sich für Westfalia Herne zum ­PR-Debakel. Der Gewinner der Stadionnamen-Verlosung hat sich mittlerweile gemeldet. Tobias Holkenbrink gibt allerdings sein Los zurück. Der Verein will mit dem Namen noch einmal Geld machen. Jetzt soll ein Sponsor die Rechte am „Stadion am Schloss“ kaufen können.

Vereinspräsident Horst Haneke zeigt sich begeistert: „Ich fand das unglaublich rührig von ihm.“ Der 29-jährige Münsteraner habe am späten Montagabend versichert, dass er bei der Aktion, an der nach Vereinsangaben 1528 Glücksritter teilnahmen, gar nicht gewinnen wollte. „Er mag Westfalia Herne. Der wollte einfach unseren Verein mit 20 Euro unterstützen.“

Präsident weist Vorwürfe ausdrücklich zurück

Bislang nahm der Verein durch die Aktion 30.000 Euro ein. Durch den Doppelverkauf könnte noch einmal eine Stange Geld dazukommen. Ein Gebot lautete gestern auf 5000 Euro. „Wir stecken mitten in den Verhandlungen“, sagt Manager Ingo Finkenstein. Er sei damit so beschäftigt, dass er die Verantwortung für die Verlosung an den Vorstand abgetreten habe.

Schon werden Zweifel laut. Teilnehmer der Verlosung wittern ein abgekartetes Spiel und Betrug. „Ich sehe das als Geschenk von Tobias Holkenbrink an“, kontert Präsident Haneke. Betrugsvorwürfe weise er ausdrücklich zurück, sagt Haneke. „Es liegt ja nicht an uns, dass er das Los zurückgegeben hat.“ Der Vorstand lehne es ab, neu auszulosen Das aber fordert unter anderem Teilnehmer Thomas Röthig – oder aber sein Geld zurück. Der Hattinger hatte sich für 160 Euro acht Lose gesichert. Er kritisiert die Organisation: „Man hätte das so machen sollen, dass der Gewinner bei der Ziehung anwesend sein muss. Tricksereien mit Sponsoren, die nun die Namensrechte für teures Geld erwerben können, bedeuten böses Blut und der Schuss geht nach hinten los.“

Bei Tobias Holkenbrink, mit dem das Management per Du ist, meldete sich auch Dienstag nur die Mobilbox. Jetzt habe er das Handy wegen der vielen Medienanfragen abgestellt, hieß es vom Verein. Man wolle Holkenbrink zum Spiel gegen Rot-Weiß Essen (14. November) einladen. Auch der Herner Anwalt, der die Verlosung überwachte, war gestern nicht erreichbar.</p><p>Thomas Röthig hätte vorerst einen neuen Namensvorschlag: Lug-und-Trug-Stadion.

 
 

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