Nachmessen der Wohnung lohnt sich bei Schrägen

Der Bundesgerichtshof verhängte jetzt ein neues Urteil: Laut Rechtssprechung steht Mietern eine Mietminderung zu, wenn die vorhandene Wohnfläche kleiner ist, als im Vertrag angegeben. Andersherum darf der Eigentümer aber auch mehr Geld verlangen, wenn die vier Wände größer sind, als vertraglich festgelegt. Zum Thema sprach Tanja Falke vom Mieterverein Herne mit WAZ-Mitarbeiterin Jimena Salloch.

1 Sollten jetzt alle Mieter den Zollstock auspacken und anfangen, ihre Wohnung abzumessen?

Pauschal kann man das nicht sagen. Sicherlich empfiehlt es sich etwa bei Dachgeschosswohnungen mit Schrägen. Da ist die Fehlerquote oftmals doch recht hoch. Die komplette Fläche muss sich aus dem Mietvertrag ergeben, aber nicht in jedem Vertrag steht die Wohnungsgröße drin. Wichtig ist: Erst ab einer Raumhöhe von zwei Metern kann der komplette Quadratmeterpreis berechnet werden.

2 Bei einer Höhe von 1,99 Meter muss man also nicht den vollen Preis zahlen?

Zwischen einem Meter und zwei Metern Raumhöhe wird lediglich zur Hälfte berechnet.

3 Ist das neue Urteil des BGH Ihrer Meinung nach sinnvoll?

Ich denke schon, dass es Sinn macht. Ich zahle ja als Mieter den Quadratmeterpreis, den möchte ich dann schließlich auch zum Wohnen haben.

 
 

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