Nach Wananas-Großbrand will Wanne-Eickel Ersatzbad finanzieren

Ein Fall für die Abrissbirne: das Freizeitbad Wananas nach dem Großbrand, der in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der Anlage wütete.  Foto: Hans Blossey
Ein Fall für die Abrissbirne: das Freizeitbad Wananas nach dem Großbrand, der in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der Anlage wütete. Foto: Hans Blossey
Foto: www.blossey.eu
Viele Fragen, einige Antworten und noch viel Klärungsbedarf: Wie es nach dem Großbrand im Wananas weitergehen wird, ist offen. Auch das marode Hallenbad Eickel spielt eine Rolle in den Überlegungen. Eine Ersatzlösung ist angedacht, dazu muss die Finanzierung geklärt werden.

Wanne-Eickel.. Wird nach dem Aus fürs Wananas ein neues Freizeitbad in Wanne-Eickel gebaut?

Ja. Das haben zumindest OB Horst Schiereck direkt nach dem Brand sowie SPD-Fraktions-Chef Frank Dudda am Dienstag signalisiert. Auch andere Parteien sprachen sich prinzipiell für einen Ersatzbau aus, machten allerdings mittlere bis große Bedenken wegen der Finanzierung geltend.

Braucht Wanne-Eickel eine solche Einrichtung?

Die Zahlen sprechen für sich: 200 000 Besucher pilgerten nach Angaben der Stadt zuletzt jährlich nach Wanne, darunter viele Grenzgänger aus Nachbarstädten. Die besondere Ausrichtung des Angebots auf Familien und Kinder sollte unbedingt fortgeführt werden, so Dudda.

Sehen das auch die Bürger dieser Stadt so?

Gemessen an den bisherigen öffentlichen Bekundungen: ja! Viele verbinden positive (Familien-)Erinnerungen mit dem Bad. Ein Leser aus Wanne (Name der Redaktion bekannt) übte heftige Kritik am Zustand des in die Jahre gekommen Wananas und klagte über mit Heftpflaster umwickelte Schalter und „verlebte“ Umkleidekabinen.

Was würde ein Neubau des Wananas denn kosten?

14 Mio Mark hat das „in Leichtbauweise“ errichtete Wananas 1994 gekostet. Für den Wiederaufbau des 2003 abgebrannten baugleichen Schwesterbades Tropicana musste Stadthagen 8,75 Mio Euro hinlegen. Denkbar ist auch eine „große Lösung“, wie sie Markus Schlüter (CDU) bereits vorgeschlagen hat: Das neue Freizeitbad sollte auch die Funktionen des maroden Hallenbads Eickel übernehmen (siehe unten).

Könnte eine arme Stadt wie Herne sich einen Neubau überhaupt leisten?

Natürlich nicht. Und deshalb wird die Zukunft eines neuen Wananas nicht zuletzt von der Höhe der Versicherungssumme abhängen. Die direkt nach dem Brand von der Stadt in den Raum gestellte Summe von 3,5 Millionen Euro sorgte für Irritationen. Dies habe sich auf den Buchwert bezogen, betont die Stadt. Die SPD meldete sich jüngst nach „ersten Aufklärungsversuchen“ zu Wort und betonte, dass die Versicherungssumme „deutlich höher als erwartet“ ausfallen werde.

Wann wird es mehr Klarheit geben?

Die Sachverständigen der Versicherung ermitteln noch. Rot-Grün will die Verwaltung am 6. Dezember im Hauptausschuss auffordern, Zukunftskonzepte für ein neues Bad zu erarbeiten. Bis zur Inbetriebnahme eines Neubaus wird aber noch viel Wasser die Emscher herunterfließen: Frühestens in zwei Jahren könnte es eine Neueröffnung geben, so Schiereck. In Stadthagen hat es zweieinhalb Jahre gedauert.

Wie geht es für die Wananas-Belegschaft weiter?

Einige der 25 Mitarbeiter sind zurzeit im Urlaub, weitere leisten bereits Dienst im Südpool und Hallenbad Eickel. Über zusätzliche Einsatzmöglichkeiten soll am Montag auf der Betriebsversammlung der Bädergesellschaft gesprochen werden. Es gebe aber keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, so die Stadt, weil die Versicherung Personalkosten bis zu zwölf Monate übernehme.

 
 

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